Schulwiese

Themengliederung

Streuobstwiesen allgemein:

  • Ökologie und Naturschutz
  • Klimaausgleich
  • Boden und Wasserschutz
  • Naturhaushalt
  • Genreservoir
  • Artenschutz
  • Lebensraum Pflanzen
  • Lebensraum Tiere

Anlagenbeschreibung:

  • Größe + Lage
  • Klimadaten
  • Grundstücksbepflanzung
  • Sortenauswahl
  • Pflanzung der Jungbäume
  • Pflanzschnitt
  • Düngung
  • Integrierter Pflanzenschutz

Nutzungskonzept:

  • Baumpflege
  • Grünlandpflege
  • Pflegeaufwand
  • Schnitt der Jungbäume
  • Ernte und Verwertung

Ausblick:

  • Wirtschaftliche Bedeutung
  • Landschaftsbild und Erholung
  • Beeinträchtigungen und Gefahren
  • Schutz und Erhaltung

Ziele und Leistungen:

  • Gemeinde
  • Schule
  • Obst- u. Gartenbauverein
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hier ein Auszug aus der Planung ...

Anlagenbeschreibung

Größe + Lage

Standort:
Grundstücksfläche:
Bodenart:
Meereshöhe:

 

Gewand Faulbaum
1000 m²
Lößlehm
350m üNN

Klimadaten

Durchschn. Jahresniederschlag:
Durchschn. Jahrestemperatur:

 

750mm/m²
9°C

Grundstücksbepflanzung

Obstbäume (Apfel + Birne)
Hecke
Wiesengrasmischung

Sortenauswahl

Im Streuobstbau findet man eine fast unübersehbare Anzahl von alten und neuen Sorten auf Hochstämmen. Vor allem beim Kernobst ist die Sortenvielfalt besonders groß und die Amplitude von anfälligen, in hohem Maße pflegebedürftigen Tafelsorten bis zu robusten Verwertungssorten besonders weit.
Für das Projekt Schulwiese im Anbaugebiet Kirchentellinsfurt wurden folgende Sorten ausgewählt:

Sorte

Eigenschaft

Topaz

Tafelapfel, neue schorfresistente Sorte, mittelstark wachsend, fein- säuerlicher Geschmack, gezüchtet in Holovousy, Tschechien

Goldparmäne

Sehr alte Sorte (1510) aus der Normandie, hochwürziger Tafelapfel

sehr pflegebedürftiger Baum mit wenig frostempfindlichen Blüten

Kardinal Bea

Im Novizitat Neuhausen Filder gefunden, süßfruchtiger Tafelapfel,

mittelstarke Bäume mit frühem hohen und regelmäßigen Ertrag, wenig anfällig für Krankheiten

Concorde

Tafelbirne, East Malling (England)1969 gezüchtet, schwach bis mittelstark wachsend, resistente Sorte, saftig und süß

Grüner Boskop

Tafelapfel, stark wachsend, saftig und säuerlich

Reutlinger Streifling

Reutlinger Lokalsorte aus dem 19 Jahrhundert, großer Tafelapfel,

Pinova

Tafelapfel, mittelstark wachsend, saftig mit säuerlichem Geschmack

Bosc’s Flaschenbirne

Neue Tafelbirne, schorffrei und frosthart, sehr aromatisch, schwach bis mittelstark wachsend, auch Kaiser Alexander genannt

Alkmene

Tafelapfel, Goldparmäne- Ersatz, mäßiger Wuchs, feinaromatisch, schorftolerant

Harrow- Sweet

Tafelbirne, feuerbrandresistent, saftig und süßaromatisch, robust gegen Schorf, stammt aus Harrow / Ontario, Kanada

Ahra

Tafelapfel, starker Wuchs, fein aromatischer Geschmack, schorf- resistent, Züchtung aus Ahrensburg (Holstein) eingekr. Goldparmäne

Rubinola

Tafelapfel, neue schorfresistente Sorte, geringer Wärmebedarf, starker Wuchs, fein säuerlicher Geschmack

Heckenpflanzen

Sorte

Eigenschaften

Rosa multiflora

Vielblütige Rose

sehr reich blühende Wildrose, frosthart, raschwüchsig

Herkunft Ostasien, Bienenweidepflanze

Rosa canina

Hundsrose

einheimische Wildrose (Hagebutte), duftet leicht nach Himbeeren, Blütezeit Juni, wichtigste Rosenunterlage zum veredeln von Rosen

Euonymus europaeus

Pfaffenhütchen

Spindelstrauchgewächs, wächst in Form eines kleinen Strauches und ist giftig, Samen bilden Winterfutter für Vögel, Leuchtend rote Herbstfärbung, winterfest und  frosthart

Viburnum opulus

Gemeiner Schneeball

Moschuskrautgewächs, beliebte Zierpflanze, wohlriechender Strauch, Blütezeit Mai bis August, schwach giftig

Cornus mas

Kornelkirsche

Hartriegelgewächs, einheimischer sommergrüner reich verzweigter Strauch mit schöner Herbstfärbung, gutes Vogelnistgehölz

Corylus avellana

Wildhasel

Birkengewächs, einheimischer früh blühender Großstrauch, das Holz ist so hart und schwer, dass es im Wasser nicht schwimmt

Viburnum lantana

Wolliger Schneeball

Birkengewächs, heimischer sommergrüner Strauch mit essbaren Früchten, Blütezeit Februar/März, Pollenlieferant für Bienen, Haselruten werden als Wünschelrute verwendet

Prunus spinosa CAC

Schlehe, Schwarzdorn

Rosengewächs, sperriger Strauch, die fast undurchdringliche Hecke ist eine beliebte Brutstätte für Singvögel

Ziel und Leistungen

Das Konzept der Streuobstwiese wird vorerst auf einen überschaubaren Zeitraum von 12 Jahren angelegt.

In den ersten 6 Jahren erfolgt in Schritten von 2 Bäumen pro Jahr die Bepflanzung des Grundstücks. In dieser Zeit haben die Themen Pflanzung, Pflanzschnitt, Erziehung der Jungbäume, Düngung, Feldhecke und Wiesennutzung Vorrang.

In den nächsten 6 Jahren treten dann Themen wie Befruchtung der Bäume, Obstverwertung, Artenschutz, Lebensraum Streuobstwiese usw. mehr in den Vordergrund.

Außerdem wird eine Feldhecke gepflanzt und gepflegt.

Gemeinde:

  • Stellt ein geeignetes Grundstück zur Verfügung
  • Übernimmt die Bodenbearbeitung vor der Bepflanzung
  • Legt aus einer Ackerfläche eine Wiese an
  • Mäht das Grundstück sofern keine Heuaktion stattfindet
  • Übernimmt die Kosten der Heckenpflanzen
 

Schulen:

  • Pflanzung der Bäume
  • Pflege der Bäume – Mithilfe Obst- u. Gartenbauverein
  • Teilweise Pflege der Wiese – Evtl. Heuaktion
  • Obstverwertung- Apfelverkauf, Saftherstellung- u. Verkauf
  • Unterricht vor Ort
  • Bau und aufhängen von Nistkästen
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Obst- und Gartenbauverein:

  • Besorgung von Pflanzen und Zubehör
  • Spende von Pflanzen und Zubehör
  • Anleitung und Mithilfe bei der Pflanzung
  • Aufstellen von Greifvogelstangen,
  • Kontrolle der Anlage auf Schädlinge und Krankheiten
  • Abhilfemaßnahmen durchführen
  • Mitgestaltung Unterricht vor Ort
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Vorschlag für die Streuobst- Schulwiese von Jakob Hoffmann und Walter Stoll

Kirchentellinsfurt, 10.11.2007