90-Jahre Ausflug ins Frankenland vom 12. bis 15. Juli 2018

 

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Klosteranlage Banz

Donnerstag, dem 12. Juli 2018

Bevor wir um 7 Uhr am Verwaltungsgebäude starten, liest Stefan die Anmeldeliste vor, um sicher zu gehen, dass wir keinen vergessen haben. Bei 16 Grad ist es noch ziemlich frisch. 38  Personen haben sich für diesen Ausflug angmeldet. Wie gewohnt, begrüßt uns Dietmar in seiner lockeren Art, er ist uns allen wohl bekannt.

Dann starten wir Richtung Stuttgarter Dreieck. Der erste Stau erwischt uns schon vor Echterdingen, er löst sich aber bald wieder auf. Auf der    A 81 geht es Richtung Heilbronn bis zum Weinsberger Dreieck, über die 33 Meter hohe Kochertalbrücke. Dann  Richtung Nürnberg, vorbei an Bad Mergentheim und durch das Taubertal, vorbei an Tauberbischofsheim und einem größeren Windpark. Die Autobahn ist frei und es geht zügig voran. 

Am Parkplatz ob der Tauber findet Dietmar einen geeigneten Platz für unser zweites Frühstück und Gelegenheit zum Besuch der Porzellanausstellung (WC).

Um 9.25 Uhr geht es gestärkt weiter. 10 Minuten später passieren wir die Landesgrenze zum Freistaat Bayern. Bald ist hoch oben die Festung Marienberg von Würzburg zu sehen, umgeben mit herrlichen Weinbergen, die in der Sonne leuchten. 

Wir fahren aber noch ein Stück weiter nach Veitshöchheim. In der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau werden wir zu einer Führung in den Schaugärten der LWG erwartet. Die  Gästeführerinnen, Frau Metzler und Frau Bieker-Roackers, teilen uns in zwei Gruppen auf.

Die Bayerische Landesanstalt für Wein und Gartenbau (LWG) ist eine landwirtschaftliche Ausbildungs-, Forschungs- und Informationsstelle in Veitshöchheim in Unterfranken.

Der Weingutsbesitzer Sebastian Englerth zu Randersacker gründete schon 1874 mit Eigenmitteln eine Winzerschule für die fränkische Weinbauregion. Dieses Projekt war allerdings nur kurzlebig. 1877 musste die Schule wieder geschlossen werden.

Auf Beschluss des Kgl. Bayerischen Staatsministeriums des Innern wurde 1902 die Königliche Wein-, Obst- und Gartenbauschule gegründet und in der Ortsmitte von Veitshöchheim angesiedelt.

1913 wurde sie in Königliche Lehranstalt für Wein- Obst- und Gartenbau umbenannt, 1918 wurde aus der königlichen eine staatliche Lehranstalt. Die Versuchs- und Forschungstätigkeit nahm nun immer größeren Raum ein. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Lehranstalt  die Prüfung der von der chemischen Industrie herausgebrachten neuartigen Pflanzenschutz- und Düngemittel. 1924 wiurde erstmals eine Meisterprüfung für Gärtner und Winzer durchgeführt.

1939 erfolgte die Umbenennung in Lehr- und Versuchanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau. 1943 wurden Lehrgänge für Kriegsversehrte eingerichtet, 1945 wurden amerikanische Truppen in den Gebäuden untergebracht und alle Lehrkräfte entlassen. Sämtliche Stammkulturen der Hefereinzuchtstation gingen verloren. 1947 wurde der Lehrbetrieb wieder aufgenommen. 1952 wurde die Lehranstalt mit dem Staatlichen Hofkeller und weiteren landwirtschaftlichen Einrichtungen des Würzburger Raums zusammengefasst und in die Bayerische Landesanstalt für Wein- Obst- und Gartenbau umgewandelt. Das Dienstgebiet umfasste den gesamten Freistaat Bayern.

Nachdem 1962 das Internat wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste, wurde 1968 das neue Schulgebäude am jetzigen Standort "An der Steige 15" eröffnet. 1974 erhielt die Landesanstalt ihren heutigen Namen, nach einer Neuorganisation bestand die LWG aus den Abteilungen Gartenbau, Weinbau, Lehr- und Versuchskellerei, Rebenzüchtung, Staatsweingut sowie der Staatlichen Fach- und Technikerschule. Dazu gehörte auch ein Fachzentrum für Bienen. 1975 wurde mit dem Aufbau eines Rebschutz-Warndienstes begonnen. 1992 bewilligte der Landtag 23 Millionen Euro für umfangreiche Baumaßnahmen. 1994 wurde die Bayerische Gartenakademie als Teil der LWG gegründet.  1997 ging die LWG mit der ersten eigenen Homepage online. In den folgenden Jahren wuchs die LWG um mehrere Abteilungen und Aufgaben an. 2001 wurde die Lehr- und Versuchswirtschaft für Gemüsebau in Bamberg organisatorisch in die LWG eingegliedert. Im Jahr 2003 wurde an der LWG die bundesweit erste Internet-Fachschule für Garten-  und Landschaftsbau eingerichtet.

Studierende können dort mittels Live-Stream am Unterricht teilnehmen. Im selben Jahr wurde auch die Bayerische Landesanstalt für Bienen-zucht aus Erlangen nach Veitshöchheim verlegt und fungiert dort nun als Fachzentrum Bienen. Im Zuge der Verwaltungsreform 2005 wurde auch der weinrechtliche Hoheitsvollzug von der Regierung von Unterfranken an die LWG verlagert, der Staatliche Hofkeller Würzburg wurde dagegen aus der LWG herausgelöst und agiert seitdem als selbständige Einheit. Die Verwaltung der LWG, die sich seit 1952 in Würzburg befand, zog schließlich 2007 auf das Hauptgelände in Veitshöchheim um.

Die Meister- und Technikerschule bildet rund 150 Studierende zum Wirtschafter (ein Jahr) oder Techniker (zwei Jahre) in den Fachrichtungen Weinbau und Oenologie, Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau aus. An der zweijährigen Internetfachschule beteiligen sich rund 20 weitere Studierende.

Zu den Hoheitsaufgaben der LWG zählen unter anderem die Virustestung bei der Erzeugung von Edelreisern im Obstbau, die Durchführung der Saatgutkontrolle im Vollzug des Saatgutverkehrsgesetzes, die Kontrolle privater Bodenlabors nach der Düngeverordnung sowie der Rebschutz.

Bei dieser Führung erhalten wir einen Einblick in alle Arbeitsbereiche der LWG. Schwerpunkte sind der Gemüseschaugarten, das Blumenmeer für Beet- und Balkonpflanzen, das Feuergold der Reben sowie Baumschul- und Obstgehölze. Bis in den Herbst zeigen Gehölze und Stauden ihre Farbenpracht. Der Rundgang führt uns in die unterschiedlichen Bereiche des Garten und Landschaftsbaus. Sie gliedern sich in die vier Abteilungen Weinbau, Landespflege, Gartenbau und Recht&Service sowie die drei Fachzentren Bildung, Analytik und Bienen.

2010 und 2011 wurden die Gewächshäuser erneuert. Eines davon wird für Versuche im kontrolliert integrieten Gemüseanbau genutzt.  Im Gemüse-bauversuchsbetrieb werden vergleichbare Untersuchungen zwischen biologischer und integrieter Erzeugung durchgeführt. Freilandversuche werden in Zusammarbeit mit den Gartenbauzentren und den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt.

Wichtig dabei ist die Forschung, Praxis und Lehre der Pflanzen an den richtigen Standorten.

Zu den Hoheitsaufgaben der LWG zählen unter anderem die Virustestung bei der Erzeugung von Edelreisern im Obstbau, die Durchführung der Saatgutkontrolle im Vollzug des Saatgutverkehrsgesetzes, die Kontrolle privater Bodenlabors nach der Düngeverordnung sowie der Rebschutz.

Zudem werden Ergebnisse in Sortenversuche für Einlegegurken und Industrieweißkraut ermittelt wie z.B. das Längen-Dicken-Verhältnis der einzelnen Gurkensorten. Beim Weißkraut wird das Auftreten von Innenblattnekrosen- und strunklänge in Prozent der Kopfhöhe sowie der unerwünschten Taschenbildung sowie der Durchschnittsertrag aller Sorten untersucht.

Der Garten als Lebensraum: Bienenpflanzen, Nützlingsförderung im Garten, artenreiche Ansaaten sind Teil unserer Führung. Es werden Neuheiten für Beet- und Balkonpflanzen und Kombinationen in Schwarz-Rot-Gold mit Geranien, Vabenen und Begonien für Schattenbereiche getestet. In der Abteilung Gartenbau werden Versuche im Zierpflanzen durchgeführtund beobachtet, wie sich die Bienen bei der samthaarigen Stinkesche (auch Bienenbaum, Honigesche, Wohlduftraute oder Tausendblütenstrauch genannt) verhalten. Sie wächst als sommergrüner Strauch oder Baum und kann Wuchshöhen bis 20 Meter erreichen.

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Zumindest was die Beet- und Balkonblumen angeht, hat die Bayerische LWG darauf eine Antwort:

Die Neptune! Genauso blau wie der Namensgeber Neptun strahlt die Katzenminze (Nepeta) und erfreut damit nicht nur das Auge des Betrachters. Der frühblühende Lippenblütler ist auch bei Bienen, Hummeln & Co. äußerst beliebt. Denn wenn Veitshöchheim wieder in allen Farben erstrahlt, der blumige Duft des Sommers durch die Gegend zieht und den „Grünen Campus“ der LWG in einen wahren Aromagarten verwandelt ist es wieder so weit: Die ganz besondere Leistungsschau des traditionellen Beet- & Balkonpflanzentags am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau hat begonnen.

In einem Gartenteich nahe der Studentenwohnungen werden verschiedene Arten von Taglilien auf ihre ökologische Funktion im Bereich des Wassermanagment beobachtet.

 "Wer Blumen sät, wird Gemüse ernten" 

Es folgt der Gemüsegarten mit Tomaten mit Überdachungen und im Freigelege, verschiedene Gewürzpflanzen, Paprika, Zucchini und Chilisorten. Danben stehen Säulenäpfel und ein Feigenbaum neben einer Kornellkirsche mit dicken Früchten. Auf der gegenüberliegenden Seite hängen Betunien und Süßkartoffeln in Ampeln.

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Gegen 12 Uhr trefen sich beide Gruppen wieder am Ausgang. Wer möchte, bekommt noch entsprechendes  Begleitmaterial zum Nachlesen mit. Der erste Teil unserer Reise endet mit dem Gefühl, wieder etwas gelernt zu haben nach dem Motto

"Man lernt nie aus".

Um 12.30 Uhr zeigt das Thermometer schon 24 Grad an. Weiter geht es in Richtung Würzburg. Auf der A 7 herrscht starker Verkehr. Deshalb legen wir an der nächstliegenden Raststätte unsere Mittagspause ein.

Die angebotenen Speisen sind wenig ansprechend und zudem werden sie fast kalt ausgegeben.

Weiter geht es um 14 Uhr, inzwischen sind es schon 27 Grad, bei leichtem Wind. Auf der Autobahn geht der Verkehr zähflüssig bis zum Kreuz Schweinfurt-Werneck. Bis Bamberg sind es noch 64 Kilometer.

Kurz vor Coburg geht esweiter auf der A 73 bis zur Abzweigung nach Bad Staffelstein. Nach fünf Kilometern haben wir unser Ziel erreicht.

Unser Landhotel liegt in Schwabthal. Der Ort liegt etwa sieben Kilometer südöstlich von Bad Staffelstein am Fuß der  Weißjurahochfläche östlich des Maintals. Das Dorf wird vom Tiefentalbach, der in die Döritz mündet, Richtung Westen durchflossen. Die Staatsstraße 2204 führt an Schwabthal vorbei.

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Die Chefin, Frau Katja Dinkel, begrüßt uns herzlich und hat schon alle Zimmerschlüssel bereit gelegt. Unser Zimmer 108 liegt im ersten Stock, ist gemütlich im Landhausstil eingerichtet.

Wir sind heute bereits 350 Kilometer gefahren, so daß eine kurze Ruhepause nötig ist. Nachdem der Koffer ausgepackt ist, schauen wir uns die Gegend noch etwas an.

Um Schwabthal befinden sich Spuren keltischer Siedlungen. Das Dorf wurde erstmals zum Jahr 1065 im Bamberger Domnekrolog von 1285 bis 1287 bei der Jahrtagstiftung des Bamberger Bischofs Gunther bezüglich seiner Güter „in Swaptal“ für die Dombrüder erwähnt. 1801 gehörte die Landeshoheit, der Zehnt, die Dorf-, Gemeinde- und Flurherrschaft dem Lichtenfelser Amt des Bamberger Fürstbischofs. Schwabthal als unterer Teil und der Nachbarort  End als oberer Teil bildeten ein Dorf. Dieses bestand aus einem Gemeindehirtenhaus und 33 Lehen, davon 17 des Klosters Langheim. Darunter befanden sich zwei Mühlen am Trebitzbach (heute Döritzbach). Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst und Schwabthal in den Landkreis Lichtenfels eingegliedert. Am 1. Januar 1978 folgte die Eingemeindung nach Staffelstein. Im Jahr 1987 hatte das Dorf 98 Einwohner sowie 28 Wohngebäude, davon mindestens vier Hotels und mehrere Ferienwohnungen.

Danach setzen wir uns in den schattigen Biergarten und warten auf das Abendessen, das zu einer angenehmen Zeit bereits um 18 Uhr mit der Suppe beginnt. Danach kann sich jeder am Büffet selbst bedienen. Es steht ein reichlich bestücktes Salatbüffet zur Verfügung und an der Warmtheke gibt es Sauerkraut, Fleisch, Soße, halbe Hacksen, Spätzle und Knödel. Auch ein süßer Nachtisch wird angeboten.

Nach dem reichlichen Genuß der leckeren Speisen ist dringend ein Abendspaziergang nötig. Es war ein langer Tag, den wir mit Fernsehen im Bett beschließen. Andere genießen noch den lauen Sommerabend im Biergarten des Hotels.

Freitag, dem 13. Juli 2018

Die erste Nacht in einem fremden Bett ist für mich immer etwas problematisch. Deshalb sind wir, und auch einige andere, frühzeitig beim Frühstück und genießen das reichlich bestückte Büffet mit Ei, Wurst, Käse oder Müsli. Bis zur geplanten Abfahrt ist genügend Zeit. Um 9.15 Uhr sitzen alle im Bus und diskutieren über die nicht genannte Abfahrtzeit und die geplante Ankuftszeit an unseren nächsten Ziel.

Auf der A 73 fahren wir nach Bamberg. Nach nur 29 Kilometern erreichen wir die Landesanstalt für Gartenbau. In diesem ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb in Bamberg geht es in erstes Linie um das  Bio-Gemüse.

Unter dem Leitsatz „Wissen, was man isst“ informiert uns Herr Wolfgang Holmer und sein Kollege über gute Lebensmittel aus der Region und regionale Gemüsesorten, die in Bamberger Gärtnereien angebaut werden. 15 Mitarbeiter der LWG informieren über ihre Arbeit und Aufgaben. Sie beraten und präsentieren Neues und Wissenswertes rund um Anbau, Pflege, Einkauf und Zubereitung von Bio-Gemüse.  Hier werden auch vergleichende Untersuchungen zwischen biologischer und integrierter Erzeugung durchgeführt. Nur so können standortnah für die Praxis wichtige Ergebnisse erarbeitet werden.

Im Gemüsebauversuchsbetrieb der Bayerischen LWG in Bamberg werden Fragen zum Gemüsebau bearbeitet. In einem abgegrenzten Gewächshausblock werden Versuche zur integrierten Produktion durchgeführt mit dem Prüfstandard "Geprüfte Qualität Bayern". Hier können auch vergleichende Untersuchungen zwischen biologischer und integrierter Erzeugung durchgeführt werden.

Freilandversuche im Gemüsebau werden in Zusammenarbeit mit der LWG von den Gartenbauzentren und den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt. Besonders hervorzuheben ist hier das Versuchswesen im Gemüseanbaugebiet Niederbayern durch das Gartenbauzentrum in Landshut. Nur so können standortnah für die Praxis wichtige Ergebnisse erarbeitet werden. Fragen zum ökologischen Anbau werden hier in Bamberg bearbeitet.

Im Vordergrund stehen Versuche zum ökologischen Gemüsebau im Freiland und Gewächshaus.

Der Betrieb ist als Ökobetrieb anerkannt, dabei werden die Naturland-Richtlinien beachtet. Im Rahmen einer Düngeverordnung sind alle Gemüseerzeuger verpflichtet, Düngebedarfsermittlungen zu erstellen. Im ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb werden hier jedes Jahr zahlreiche Sorten-, Anbau-, Lager- und Düngungsversuche durchgeführt. Untersucht wird dabei die ganze Bandbreite an Gemüse, von Salat über Wurzelpetersilie bis hin zu Erdbeeren. Die Versuchsergebnisse werden den Anbauern als aktuelle Informationen und Empfehlungen zur Sortenwahl und zeitgemäßen Anbauweisen an die Hand gegeben.

Während des Rundgangs durch das Freilandversuchsgelände werden unter anderem Paprika, Wildtomaten, Tomaten aus ökologischer Züchtung, Artischocken, Knoblauch, Miniromana, Nützlingsstreifen, etc. sowie der "Pflanzendoktor" und den Lehrbienenstand gezeigt und auftauchende Fragen beantwortet.
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Ingweranbau  unter  Folie

Die Tomaten wachsen bis 3.50 Meter unter Glas. Um der späteren Verpackung für den Verkauf in Supermärkten gerecht zu werden, werden so viel Früchte abgeschnitten dass Sechser-Trauben übrig bleiben. Gegen die Schädlinge werden Hummeln eingesetzt.

Im nächsten Gewächshaus steht eine Neuanlage mit hydroponischen Anbau von Ingwer, die mit 27 Grad unter hoher Luftfeuchtigkeit gehalten wird. Das  Saatgut stammt aus Peru und Thailand. Für die Hydroponik  werden  spezielle Pflanzendünger eingesetzt. Sie sind notwendig, um die Pflanzen im künstlichen Umfeld zu schützen und mit allen essentiellen Nährstoffen zu versorgen.

Die Zusammensetzung von Hydrokulturdüngern unterscheidet sich in der Vielfalt der chemischen Substanzen von konventionellem Dünger für Erdkulturen. Pflanzen, die in Erdböden kultiviert werden, benötigen andere Düngergemische. Das wird besonders bei Basilikumpflanzen getestet.

Im nächsten Glashaus wird Knoblauch der Sorten "Gardache und Gardes" geerntet und getrocknet. Der Anbau von Beerenobst unter Folie und Glas nimmt immer särker zu, da die Ernte früher beginnt und zudem eine Qulitäts - sowie Ertragssteigerung neuer Erdbeersorten unter Anbaubedingungen getestet werden.

Zudem bekommen die Pflanzen durch Tröpfchenbewässerung genügend Nährstoffe. In der Gurkenhalle wird das Wachstum auf Steinwolle mit Düngelösung oder Kokossubstrat getestet.

Wir gehen in den Außenbereich. Zur Zeit werden Frühkartoffeln geerntet. Es werden ca. acht verschiedene Sorten, unter anderem Sieglinde und Annabella, angebaut und deren Eigenschaften untersucht.

Dann kommt ein Feld mit Sojapflanzen der Sorten "Summer shell" und "Idamame". Daneben wachsen Melonen und Kürbisse. Etwas weiter stehen Getreidefelder mit "Einkorn",  Äthiopische Zwerghirse, Weißer Teff     (Teff – glutenfreies Power-Korn) Teffsamen sind das wichtigste Getreide in Äthiopien und Eritrea. Es wird dort Fladenbrot und Bier daraus hergeestellt. Ein weitere Feld ist mit heimische Sorten wie Hafer, Dinkel, Roggen und Einkorn bestellt. Einkorn ist eine alte Form von Weizen und gilt als das älteste Getreide.  Dahinter sind Süßkartoffeln gepflanzt.

In einem Rhabarberfeld werden Versuche gemacht, um den Oxalwert herauszufinden. In einem Beet daneben stehen Wildkräuter wie Portulak, Spitzwegerich, Girsch, Buntnessel, Vogelmiere und Löwenzahn für Smoothies und Salatmischungen.

Gegen die Schnecken werden Laufenten eingesetzt. Am Rande des Geländes wurden drei Mustergarten angelegt, ein Obst- und Staudengarten, einer mit Gemüse und Beeren und einer mit Mischkulturen mit Wildtomaten. Dahinter liegt eine Thymianrasen.

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Die Reihenmischkultur ist eine von der Gärtnerin Gertrud Franck (1905- 1996) entwickelte Form des Gemüseanbaus, bei der über einen sorgfältig geplanten Anbau von Haupt-, Zwischen-, Vor- und Nachkultur zur Verfügung stehendes Gartengelände intensiv genutzt wird. Ziel ist es, die Prinzipien der Mischkultur und der Fruchtfolge im Hausgarten optimal umzusetzen.

Dieses sechs Hektar große Gelände wird von insgesamt 20 Mitarbeitern bewerkstelligt, sieben davon sind Ingenieuren, sieben Gärtnergesellen und der Rest sind Minijobber während der Erntezeit.

Es wird  noch gefragt, was mit den geernteten Erzeugnissen passiert!

Die werden nach Abschluss der Auswertungen an soziale Einrichtung wie der Tafel gespendet.

Zum Ende der Führung um 11.35 Uhr bedanken wir uns für die tolle und interessante Führung und fahren weiter nach Bamberg.

Nach einer kurzen Fahrzeit von 15 Minuten stoppt der Bus an der Kongresshalle, die am Rande der Stadt Bamberg liegt. Von hier aus gehen wir zu Fuß durch einen Weg entlang der Regnitz und nach ca. 300 Metern über die Marksbrücke ins Zentrum. Jetzt kann jeder seine Freizeit nach eigenem Interesse gestalten. Vor dem Oberen Tor des Alten Rathauses treffen wir uns wieder um 14.00 Uhr zu einer Stadtführung.

Toni und ich nutzen die Freizeit mit einem Spaziergang in die Altstadt, über den Grünen Markt bis zum Maximiliansplatz, wo das eigentliche Rathaus steht. Dort hole ich mir einen Stadtplan und Informationen über die Sehenswürdigkeiten der Stadt. 

Der Maximiliansplatz, der sogenannte Maxplatz, ist der größte Platz der Innenstadt. Er wird von der  barocken Front des 1732-1737 von Balthasar Neumann erbauten Rathauses beherrscht. Der Marktplatz ist Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen, Märkte und kulturellen Events.

Heute ist eine Bühne für das Kleinkunstfestival aufgebaut. Zwischendurch streifen wir durch verschiedene Läden und essen eine Kleinigkeit am Stand der "Nordsee". Eine kleine Box mit Garnelen mit Senfsoße ist gerade richtig bei den heißen Temperaturen.

Während die meisten in den vielen Cafés die Zeit bis zum Treffen verbringen, streifen wir weiter durch die Altstadt.

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Pünktlich um 14 Uhr sind alle wieder vor dem Oberen Tor bereit zur Führung. Zwei Gästebegleiter teilen die Gruppe. Wir begleiten Herrn Siegberg Aßenmacher. Leider darf ich seine Ausführungen nicht aufzeichnen. So schreibe ich so viel als möglich in Stichworten mit.

Bamberg (mittelalterlich: Babenberg) ist eine kreisfreie Stadt in  Oberfranken. Sie ist die größte Mittelstadt Bayerns. Sie ist Universitäts-, Schul- und Verwaltungsstadt, wichtiges Wirtschafts-zentrum Oberfrankens sowie Sitz des gleichnamigen Erzbistums. Das bekannteste Bauwerk ist der viertürmige Bamberger Dom, einer der früheren Kaiserdome.

Bamberg hat etwa 76.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt Oberfrankens. Die Altstadt ist der größte unversehrt erhaltene historische Stadtkern in Deutschland und seit 1993 als  Weltkulturerbe  in die Liste der UNESCO eingetragen. Darüber hinaus ist Bamberg überregional bekannt für seine vielfältige Biertradition.

In der Stadt Bamberg bestehen daher derzeit neun-elf Brauereien, die Bier verkaufen. Daneben gibt es noch die kleine zollrechtlich zugelassene Brauerei Robesbierre, die aber kein Bier verkauft. 

Im Jahre 1907 gab es den so genannten Bamberger Bierkrieg, bei dem ein Boykott der Bevölkerung die Brauereien zwang, die Bierpreiserhöhung von zehn auf elf Pfennig wieder rückgängig zu machen.

Spezialitäten Bambergs sind die Bamberger Hörnla, womit sowohl ein Croissantartiges Gebäck als auch eine Kartoffelsorte bezeichnet werden.

Eine weitere Spezialität ist der Zwätschgabaamäs, (übersetzt etwa "Zwetschgenbäumernes") ein luftgetrockneter Rinderschinken, der seinen Namen der Räucherung mit Zwetschgenholz verdankt.

Desweiteren ist die Stadt Bamberg auch für das fränkische Schäuferla sowie für seine Biertradition und das Rauchbier bekannt.

Das erste was uns Herr Aßenmacher zeigt, ist ein Stück Süßholz.

In Bamberg wird seit dem frühen sechzehnten Jahrhundert Süßholz  angebaut. Heutzutage ist Bamberg der einzige Ort im Norden Europas, an dem diese Pflanze noch kultiviert wird. Diese Tradition wird von der Bamberger Süßholzgesellschaft gepflegt, die die Bamberger Gärtner beim Anbau unterstützt.

Zur Geschichte:

Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein Castrum Babenberch auf dem heutigen Domberg genannt. Bei der sogenannten Babenberger Fehde starben drei babenbergische Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker. 

1007 erfolgte die Gründung des Bistums durch Kaiser Heinrich II., den Sohn Heinrichs des Zänkers, und im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom  errichten, der aber zweimal abbrannte und durch den heutigen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bau ersetzt wurde.

Als ich ihn unterbreche mit der Aussage, dass auch unsere Kirchentellinsfurter Gründungsurkunde aus dem Jahr 1007 stamme, die immer noch in Bamberg unter Verschluss gehalten wird, gibt Herr Aßenmacher, dass er dies nicht wusste und fährt mit seinen Ausführungen fort.

In die Regierungszeit Bischofs Ekbarts fällt der erste deutsche Königsmorg. am 21. Juni 1208, während der Hochzeit der Stauferin Beatrice von Burgung und Herzog Otto II. wurde König Philipp von Schwaben, der jüngste Sohn Friedrich Barbarossas, in Bamberg erschlagen.

Im Januar 1430 rückten die Hussiten auf Bamberg vor. Das Domkapitel floh mit dem Domschatz auf die Giechburg, der Bischof selbst zog sich nach Kärnten zurück. Die wohlhabenden Bürger flüchteten nach Forchheim und Nürnberg. Die Hussiten nahmen Bamberg jedoch nicht ein. Als sie Scheßlitz erobert hatten, plünderten die in Bamberg verbliebenen Handwerker, Tagelöhner und Bauern erst die Weinkeller und dann die Bürgerhäuser und Klöster. Kurz darauf handelte Markgraf Friedrich von Brandenburg mit Andreas Prokop, Heerführer der Hussiten, auf Burg Zwernitz einen Waffenstillstand aus und Bamberg zahlte 12.000 Gulden Lösegeld, um der Brandschatzung zu entgehen.

Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt sehr unter den schwedischen Truppen, im Siuebenjährigen Krieg durch preußische und zu Zeiten Napoleons durch französische Truppen. Napoleon schloss alle Klöster.

Nach dem Ersten Weltkrieg flüchtete am 7. April 1919 die kurz zuvor gewählte Bayerische Staatsregierung in den Auseinandersetzungen um die Münchner Räterepublik nach Bamberg und forderte von dort aus militärische Unterstützung zur Niederschlagung der Räterepublik an. Nach dem gewaltsamen Ende der Räterepublik wurde am 14. August 1919 die Bamberger Verfassung als erste demokratische Verfassung für Bayern unterzeichnet.

Wir stehen immer noch vor dem Alten Rathaus mit dem Durchgang.

Das Alte Rathaus in Bamberg ist wahrlich ein Kuriosum: Ebenso erstaunlich wie seine Entstehungsgeschichte sind die Fresken, die die Fassade des Baus zieren. Der Sage nach wollte der Bischof von Bamberg den Bürgern keinen Platz für den Bau eines Rathauses gewähren. Deshalb rammten die Bamberger Pfähle in die Regnitz und schufen eine künstliche Insel, auf der sie das Gebäude errichteten.

Bemerkenswert ist das Alte Rathaus vor allem durch seine Fresken, die der Fassade durch Scheinarchitektur Plastizität verleihen. Für Erheiterung sorgt dabei immer wieder ein besonderes Detail: Das Bein einer der Putten ragt als Skulptur aus den Wandfresken heraus. Heute beherbergt das Alte Rathaus den repräsentativen Rokokosaal und die Sammlung Ludwig.

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Das Bein einer der Putten

In Bamberg wurde 1507 die „Constitutio Criminalis Bambergensis in Kraft gesetzt, die unter anderem die Strafe für Hexerei auf Tod durch Verbrennen festlegte. Nach einer Liste mit den Namen der Opfer wurden bis 1632 weit über 300 Menschen in Bamberg als Hexen oder Hexer hingerichtet. Die hohe Zeit der Bamberger Hexenverfolgung ist durch die in großem Umfang, wenn auch sicherlich lückenhaft erhaltenen Prozessakten, gut dokumentiert.

Von der alten Brücke aus ist in der unteren Altstadt, am rechten Ufer der Regnitz, die Häuserzeile "Klein Venedig " zu sehen. 

Romantisch reiht sich hier Häuschen an Häuschen, ehemals ausschließlich von Fischern bewohnt. Die ältesten Gebäude stammen noch aus dem 15. Jahrhundert, die jüngsten reichen bis ins 19. Jahrhundert hinein. Zum Teil konnte man mit den Booten und Kähnen in die Kellergeschosse einfahren und die Netze hängt man zum Trocknen und Reparieren an die Fassaden.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung  verliehenen Titel "Ort der Vielfalt".

Wir sind inzwischen durch enge Gassen am Wirthaus der "Schlenkerla" Brauerei angekommen.

Das Schlenkerla (früher „Zum blauen Löwen“; dieser Name findet sich noch im Wappen; auch Brauerei Heller) ist eine historische Brauereigaststätte in Bamberg. Das Schlenkerla ist vor allem für sein Aecht Schlenkerla Rauchbier, ein Rauchbier, dessen Raucharoma an geräucherten  Schinken erinnert, international bekannt.  Wer in der Wirtschaft drinnen ein Radler oder ein Kaffee haben möchte, geht leer aus, das bekommt er hier nicht.

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lenkerla - "Zum blauen Löwen"

Wir gehen zwei Ecken weiter und stehen vor der alten Hof-Apotheke. Das  Gebäude in der Karolinenstraße 17 gilt als das älteste Gebäude der Stadt.

Alte Häuser haben viel erlebt, aber nur selten, und dann nur spärlich, geben sie ihre Geheimnisse preis. Sie stehen vor uns, als seien sie mit ihrer Zeit stehen geblieben.

Bereits 1538 forderte Cyriakus Schnauß, 26-jährig, die Genehmigung zur Errichtung einer Apotheke in seinem Haus aus dem Jahre 1432. Viele Bitten richtete er an den Coburger Stadtrat. Erst lehnte man ab, weil kein Stadtmedicus (Arzt) in Coburg in Diensten war. Als dieser bestellt war (Dr. Christoph Stathmion) lehnte man wiederum das Gesuch ab. Schnauß blieb hartnäckig, "denn wegen einer Krankheit könne man nicht erst nach Nürnberg oder Bamberg schicken."  Wieder wurde er zurückgewiesen. Cyriakus Schnauß widersetzte sich dieser Ablehnung und eröffnete die Offizin. Als die Stadtobrigkeit die vorzeitig eröffnete Offizin sperren ließ, trug Cyriakus Schnauß seine leidige Sache dem regierenden Herzog Johann Ernst vor. Das brachte den ersehnten Erfolg.

Im Herbst 1543 wurde die Apotheke gegründet unter dem Namen "Apotheke zum goldenen Strauß". Seitdem besteht die Apotheke ununterbrochen bis zum heutigen Tag.

Jetzt geht es hinauf zum Domplatz.

Der Domberg ist das historische Zentrum Bambergs und zeichnet sich durch einige historisch bedeutsame Gebäude aus, vor allem durch den romanischen Bamberger Dom. Der Domplatz ist geschichtlich bedeutsam, denn in diesem Bereich stand die Babenburg, aus der sich die Stadt Bamberg entwickelte. In den Dom hinein dürfen wir nur kurz.

An der Langseite befindet sich der prachtvolle Eingang , das sogenannte "Fürstenportal". Das Relief über dem Portal zeigt dasJüngste Gericht mit der Teilung der Menschheit in die Seligen und die Verdammten. An einer Säulesieht mman einen Teufel kopfüber einen Juden blenden, Ein Hinweis aufdie angebliche Verblendung des Judentums, das die Offenbargung Gottes nicht erkennt. 

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Eingangsportal des Doms

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Wann kommen denn die Domgucker endlich wieder raus?

Titel: Dom, Alte Hofhaltung und Domplatz
Der Domplatz

Sicherlich der eindrucksvollste Platz Bambergs, mit den Baustilen aller Epochen von der Romanik über die Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko. Der viertürmige Kaiserdom ist das Herzstück der Stadt und das bedeutendste Kunstwerk im weiten Umkreis und geht zurück auf die Kirchenstiftung Heinrichs II., der 1007 das Bistum Bamberg gründete. Der heutige Dom geht auf das Jahr 1237 zurück.

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Schöne Pforte - Alte Hofhaltung

Den Eingang in die Alte Hofhaltung bildet die sogenannte "Schöne Pforte. Über der Wageneinfahrt zeigt ein Relief Maria. Hinter ihr das Dommodell. gehalten von Heinirich und Kunigunde. Das Stifterpaar wird flankiert von den Namenspatronen des Doms, den Heiligen Petrus und Georg. Zwei liegende, behaarte Figuren symbolisieren die für Bamberg bedeutenden Flüsse Renitz und Main.

Die Alte Hofhaltung mit ihrem einmaligen Innenhof schließt sich an den Dom an und verkündet das Zeitalter der Renaissance des 16. Jahrhunderts.

Hier befinden sich heute die Dombauhütte und das Historische Museum. Auf der anderen Seite befindet sich das Diözesanmuseum, bestückt mit den berühmten Kaisermänteln und dem Papstornat von Papst Clemens II. Gegenüber auf der anderen Seite des Domplatzes liegt die Neue Residenz mit dem prachtvollen Kaisersaal und den Prunkräumen. Im gleichen Gebäude ist die Staatsbibliothek beherbergt, Heimat gleich zweier Weltdokumentenerbe.

Den Abschluss der Führung bildet der barocke Rosengarten. Der Garten bietet  einen großartigen Blick über die ganze Stadt bis zum Horizont, an dem man die letzten Ausläufer der Fränkischen Schweiz sehen kann. Bis 1803 lebten Mönche auf dem Berg, dann wurde aus dem ehemaligen Kloster ein Lazarett und Altenheim.

Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn ließ den Garten nach Entwürfen von Balthasar Neumann gestalten. Die symmetrisch angeordneten Flächen und Rondelle entsprechen der barocken Vorstellung eines modernen Gartens.

Jeden Sommer stehen hier, von Linden und einem zierlichen Gartenpavillon eingerahmt, rund 4500 Rosen in voller Blüte.

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Der Rosengarten

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Die Skulpturen im Garten wurden 1760/61 vom Bamberger Hofbildhauer Ferdinand Tietz geschaffen und vereinen sich mit den Blumen zu einem beeindruckenden Ensemble.

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Es fängt leicht zu tröpfeln an und langsam wird es Zeit, in Richtung Unterstadt zu gehen. Am Ufer der Reglitz, mit Blick auf "Klein Venedig" verabschiedet sich Herr Aßenmacher von uns und zeigt uns noch den kürzesten Weg zurück zum Bus.

Die Fahrt zurück zum Hotel dauert kaum eine halbe Stunde. Jetzt freue ich mich auf ein frisches kühles Bier im schattigen Garten unseres Hotels.

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Wir hatten heute Morgen aus der Tageskarte das Rehgulasch bestellt, was sich im nachhinein als schlechte Wahl heraus stellte, was dazu führte, dass ich ausnahmsweise den Nachtisch verspeise.

Im Speiseraum herrscht eine drückende Schwüle, deshalb ziehen sich die meisten nach und nach an die frische Luft im Garten zurück. 

Gegen 22 Uhr wird es frisch und wir verabschieden uns und gehen auf unser Zimmer. Es war ein aufschlußreicher Tag mit vielen Eindrücken, die erst verarbeitet werden müssen.

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Samstag, 14. Juli 2018

Einen weiterer sonnigen Tag dürfen wir heute erwarten. Abfahrt ist um 9 Uhr. Das Thermometer zeigt schon 22 Grad an. Da kann man die Jacke ruhig im Bus liegen lassen.

Wir fahren ein Stück auf der A 73 in Richtung Bad Staffelstein und biegen dann auf die Bundesstraße 173 ab. Links liegen die Mainauen und die Brücke führt über den Main. Nach einer kurzen Strecke erreichen wir den Ort Michelau i.OFr. , hier befindet sich das Deutsche Korbmuseum, das auf unserer heutigen Besichtigungstour als erstes steht.

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Wir erhalten zuerst eine Einführung in die Geschichte des Museums und das Flechthandwerk durch Frau Petra Kohles. Dabei zeigt sie die verschiedenen Techniken des Flechtens, den Umgang mit Materialien und das Spiel mit Formen und Farben.

Dass das Deutsche Korbmuseum in Michelau i. OFr. steht, ist kein Zufall. Es geht zurück auf eine 1929 angelegte Sammlung zu Unterrichtszwecken.

Seit 1934 besteht das Museum, das ursprünglich drei Zimmer umfasste, heute dagegen werden auf etwa 850 Quadratmetern in 26 Schauräumen fast 2000 Exponate aus aller Welt präsentiert.

Man findet ausgewählte Werke aus allen Zeiten hier, angefangen von den filigran gearbeiteten Stücken in der Feinflechttechnik bis hin zu den Arbeitskörben der geschlagenen Arbeit. Man sieht eine Vielzahl von Exponaten aus aller Welt: von der japanischen Tempelvase bis zum geflochtenen Ballonkorb. Dazu werden indianische Schalen und Kinderwagen aus allen Epochen hier gezeigt, Exponate bis hin zum Rosenschnittkorb aus Frankreich und einer Tasche aus Birkenrinde aus Finnland. Es gibt hier Obstkörbe aus Sambia ebenso zu sehen wie moderne Designersessel heimischer Produktion.

Untergebracht ist das Museum im Wohn- und Geschäftshaus einer bedeutenden Michelauer Korbmacherfamilie, wobei die ältesten Teile des Gebäudes aus dem Jahre 1815 stammen. Die "Lebenden Werkstätten" wollen die alten Traditionen bewahren und die Flechtkunst und Flechtkultur erhalten.

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So entsteht ein Korb

Ab etwa 1760 wurde am Obermain die Weißkorbmacherei betrieben, d.h. man schälte die Weidenruten vor dem Verarbeiten. Rund 25 Jahre später wurde wohl die Feinkorbmacherei eingeführt, die Arbeit mit feinen Weidenschienen. Mit dieser Technik konnten immer aufwändigere Körbe hergestellt werden. Da die Flechtartikel vom Obermain wegen ihrer Schönheit schon um 1780 außerhalb Frankens Absatz fanden, machten mehr und mehr Familien die Korbmacherei zu ihrem Hauptberuf.

1770 schlossen sich die Korbmacher in Michelau und Umgebung zu einer Zunft zusammen und ließen sich vom Landesherrn, dem Bamberger Fürstbischof, eine Ordnung geben. Gemeinsam wollten sich die Korbmacher gegen Konkurrenten wehren. Dies waren vor allem Personen, die die Korbmacherei nur nebenher betrieben. 1795 gehörten der Zunft 110 Meister an.

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Sitz man da nicht bequem?

Die Materialien bestehen aus Weidenruten, von denen es ca. 400 Sorten gibt. Als Handwerkszeug ist ein scharfes Schälmesser zur Vorbereitung und ein Schlageisen zum Flechten und für die Festigkeit unerlässlich.

Bis heute gibt es noch keine Maschiene, die diese filigranen Arbeiten kann, es ist nach wie vor reine Handarbeit. Für die Stühle wird meistens Rattan und für einen Hocker werden Süßwasserbinsen verwendet.

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Nach fast zwei Stunden fahren wir weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Kloster Banz.

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Kloster Banz

Kloster Banz ist ein ehemaliges Benediktinerkloster, das nördlich von Bamberg steht. Es gehört zum Ensemble des Gottesgartens im Obermainland. Seit 1978 ist das Kloster Gemeindeteil der Stadt Bad Staffelstein und im Besitz der CSU-nahen Hans-Seidel-Stiftung. Außerdem beherbergt es eine sogenannte Petrefaktensammlung, die allerdings auch zahlreiche andere Exponate wie beispielsweise ägyptische Mumien enthält.

Es dient als Tagungsstätte und kann nur mit einer angemeldeten Führung besichtigt werden. Die werden wir um 13 Uhr bekommen. Davor umrunden  Toni und ich zuerst die äußerlichen Ansichten und die Kirche. Die Klosterkirche von Banz trägt das Patrozinium St. Dionysius und St. Petrus. Die berühmte Kirche, deren Grundstein 1710 gelegt wurde, ist schon durch die geschickte Ausnutzung der landschaftlichen Lage und durch die Gestaltung des Außenbaus mit einer hochragenden Doppelturmfassade von weitem als Meisterwerk zu erkennen.

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Im Kaisersaal lauschen wir der Geschichte, die die Gästeführerin uns über dieses imposante Gebäude erzählt. Auch sie möchte keinen Mitschnitt, also wieder gut aufpassen und Notizen machen.

Die ehemalige Benediktinerabtei Kloster Banz liegt weithin sichtbar auf dem Banzberg hoch oberhalb des Maintals in Oberfranken. Ursprünglich stand an dieser Stelle die als Bastion gegen die Ungarn errichtete Burg Banz der Markgrafen von Schweinfurt. Der Legende nach stiftete Gräfin Alberada die stark befestigte Burg 1069 zur Gründung eines Benediktinerklosters, nachdem ihr Mann, Markgraf Hermann von Vohburg, bei einem von der Kirche verbotenen Turnier zu Würzburg ums Leben gekommen war. Nach dem Tod der Stifterin verfiel Kloster Banz. Die Abtei schien vor dem Ende zu stehen, bis Bischof Otto I. von Bamberg die Erneuerung des Klosters und seine Wiederbesetzung mit Mönchen aus Kloster Hirsau initiierte. Kloster Banz erlebte einen Aufschwung.

Ein Feuer im Jahr 1505 ließ Banz bis auf die Grundmauern abbrennen. Der Wiederaufbau, durch den Bauernkrieg von 1525 mit seinen Plünderungen und Brandschatzungen erschwert, zog sich durch das gesamte 16. Jahrhundert. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) spielten schwedische und kaiserliche Truppen dem Kloster, das im Durchzugsgebiet der Heere lag, übel mit. Die schwedische Herrschaft in Franken machte die Lage für Banz existenzbedrohend.

Die Auseinandersetzung gipfelte 1568 mit dem Auszug des gesamten Konvents und des Abts Georg von Henneberg, die alle zum Protestantismus übertraten. Erst sieben Jahre später wurde Banz auf Wunsch des Würzburger Bischofs erneut besiedelt, diesmal unter dem Abt Johann Burkhard, der bis 1598 amtierte. Mit der Neubesiedlung wurde die Regel, dass nur Adige als Mönche in den Konvent aufgenommen werden konnten, abgeschafft und in ihr Gegenteil verkehrt.

Durch die Eheschließung von Sophie in Bayern mit dem Erbprinzen Alois von Liechtenstein  gelangten die Ländereien in das Eigentum des Hauses Liechtenstein. Herzog Wilhelm in Bayern rettete die Abtei:

1814 erwarb er Kloster Banz und richtete dort seine Sommerresidenz ein. So wurde die frühere Benediktinerabtei wittelsbachisches Schloss.

Die bereits abgerissenen Gebäudeteile wurden erneuert, neue Stallgebäude gebaut und eine umfangreiche, auch heute noch zu besichtigende Petrefaktensammlung angelegt. Banz nahm fortan zahlreiche bedeutende Gäste auf, so die Zarin von Russland, die Könige von Bayern und Preußen und, um die Wende zum 20. Jahrhundert, den Deutschen Kaiser Wilhelm II. Jagdgesellschaften, berühmte Gelehrte und Künstler hielten sich in Banz auf, wie Victor von Scheffel, der im Sommer 1859 hier sein Frankenlied  schuf:

"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein” 

Nach dem Ersten Weltkrieg verpachteten die Wittelsbacher ihren Besitz an die aus dem Elsass geflohenen Trappisten, einem strengen Reformzweig des Zisterzienserordens. Damit wurde aus Schloss Banz wieder ein Kloster. Die Trappisten blieben jedoch nur zehn Jahre. Im Jahre 1933 erwarb der Missionsorden der Gemeinschaft von den Heiligen Engeln Kloster Banz.

Noch einmal erblühte klösterliches Leben in den barocken Mauern. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Banz zum Lazarett umfunktioniert. Nach Beendigung des Krieges verlor der Orden an Bedeutung. Zwar lebten weiterhin Mönche in der Abtei, doch ein großer Teil des Klosters wurde als Altersheim der Caritas eingerichtet. 1964 verließ die Caritas Banz wegen der für ein Altersheim zu abgeschiedenen Lage des Klosters.

Mit dem Jahr 1979 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Klosters: Die Hanns-Seidel-Stiftung kaufte die nur noch notdürftig instand gehaltene ehemalige Abtei und restaurierte nach gründlicher kunsthistorischer Untersuchung die Gebäude. Am 22. April 1983 konnte Kloster Banz als Zentrum der Erwachsenenbildung der Hanns-Seidel-Stiftung eröffnet werden. Mit dem Umbau der früheren „Kutschenhalle“ zu einem repräsentativen Veranstaltungssaal wurden 1992 die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Kloster Banz präsentiert sich heute als modernes Bildungszentrum. Gelegentlich tagen auch bayerische Spitzenpolitiker hier, so wie im letzten Jahr:

Merkel und Seehofer auf Kloster Banz:

Klausurtagung in Bad Staffelstein zum Wahlkampf

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Der OGV ist auch hier gewesen 

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Eingangstor von Kloster Banz

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Main-Terrasse

Auf der Main-Terrasse wird das obligatorische Gruppenfoto gemacht.

Danach gibt es noch einen Abstecher in das Kellergewölbe. Dort befindet sich die sogenannte Petrefaktensammlung, die allerdings auch zahlreiche andere Exponate wie die Reste eines Krokodils und eine 3000 Jahre alte ägyptische Mumie enthält. Das meiste davon sind Reisemitbringsel von Herzog Max von Bayern, dem Vater der späteres Kaiserin Sissi von Österreich.

Kurz vor dem Ausgang bekomme ich noch entsprechendes Info-Material als Ersatz für mündlichen Ausführungen.

Es sind nur wenige Schritte bis zum Bus, dann fahren wir um 14.30 Uhr weiter Richtung Bad Staffelstein. Unser nächstes Ziel ist die Basilika zu Vierzehnheiligen.

Unser Bus muss auf dem unteren gebührenpflichtigen Parkplatz stehen bleiben. Wer schlecht zu Fuß ist, kann sich mit einem Shuttlebus für 50 Cent pro Person  nach oben bringen lassen.

Als wir an der Basilika angelangt sind und hinein wollen, werden wir von einem "Kirchenschweizer" auf die Seite geschoben um müssen den einziehenden Pilgern der Wallfahrt Platz machen.

Beim Gottesdienst und bei besonderen Anlässen sorgt der Kirchenschweizer mit seiner festlichen Gewandung, meist eine rote Robe mit Barett und ein langer schwarzer Stab mit einer runden Schnitzerei an der Spitze,  für Ordnung, hilft bei der Platzsuche und kümmert sich darum, dass der liturgische Ein- und  Auszug sowie der Empfang der Heiligen Kommunion  würdevoll und geordnet verlaufen.

Behinderte Menschen, die an der Prozession teilgenommen haben, drängten sich an der Seite ihrer Betreuer und im Rollstuhl in die Kirche. Die Kirche war bereits voll besetzt mit Teilnehmern der Diözesanwallfahrt für Menschen mit und ohne Behinderung. Da hatten wir keine Chance, noch irgend etwas vom Inneren der Kirche zu sehen. Da wir an dem Gottesdienst kein Interesse hatten, verließen wir die Kirche wieder.

Deshalb kaufe ich mir eigenes Bild- und Textmaterial zum nachlesen.

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Die Basilika Vierzehnheiligen bei  Bad Staffelstein ist eine Wallfahrtskirche in Oberfranken. Das nach Plänen von Balthasar Neumann gebaute Gotteshaus ist den "Heiligen Vierzehn Nothelfern" geweiht. Es hat etwa eine halbe Million Besucher im Jahr. Neben der Basilika Marienweiher, dem Bamberger Dom und der Basilika Gößweinstein ist die Basilika Vierzehnheiligen die vierte "Basilica minor" des Erzbistums Bamberg. Die Basilika ist ein prägender Bestandteil des sogenannten Gottesgartens im Obermainland.

Der Überlieferung zufolge erschien dem Schäfer des Klosters Langheim anno 1445 das Jesuskind im Kreise anderer Kinder, halb rot, halb weiß gekleidet. Diese stellten sich als die vierzehn Nothelfer vor und verlangten, dass an dem Ort eine Kapelle gebaut würde. Darauf verschwand die Kinderschar in den Wolken. Wenige Tage nach diesem Wunder vom Frankenthaler Kinderkranz ereignete sich ein weiteres Wunder: Eine schwerkranke Magd war zur Erscheinungsstätte gebracht worden, worauf sie gesund wurde.

Daraufhin setzte – durch die Gewährung zahlreicher Ablassprivilegien gefördert – eine rege Wallfahrt  ein. Die Zisterzienserabtei Langheim gab rasch dem Drängen der Gläubigen nach und errichtete eine den vierzehn Nothelfern geweihte Kapelle. 1525, während des Bauernkriegs, wurde sie in Trümmer gelegt, jedoch später durch eine größere Kirche ersetzt. Gleiches geschah, nachdem diese im Dreißigjährigen Krieg ebenfalls zerstört worden war.

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Gnadenaltar der Basilika Vierzehnheiligen

             Der Gnadenaltar

Der Rokoko-Altar mit den vierzehn Nothelfern steht in der Mitte des Langhauses frei im Raum und ist von einem geschwungenen Kommuniongitter umgeben. Seitlich eröffnet sich der Blick zum Ort der Erscheinung. Der mit Stuckmarmor geschmückte Unterteil des Altars ist von einem durchlässigen, aus sprühenden Rocaillen bestehenden Baldachin überwölbt, der den Blick zum Hochaltar freihält.

Das Zentrum des Raumes bildet der Gnadenaltar. Der Platz der Erscheinungen, der heilige Ort, ist doppelt überwölbt - einmal durch den Baldachin, neben und auf dem die Skulpturen der Nothelfer gruppiert sind und zum anderen durch die größte Kuppel. Zwölf der vierzehn Nothelfern sind am Gnadenaltar, nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, in drei Etagen übereinander angebracht. Barbara und Katharina stehen an den beiden seitlichen Altären.

Zu den vierzehn Nothelfern zählen

drei Bischöfe: Dionysius, Erasmus, Blasius,

Dionysius: Helfer in Kopfleiden und Gewissensängsten

Erasmus: Helfer in Seenot und Unterleibskrankheiten

Blaisus: Helfer bei Halsleiden, Patron der Wachszieher

drei Mätyrerinnen: Barbara, Margareta, Katharina,

Barbara: Trösterin der Gefangenen, Bergleute, Beschützerin

vor Gewitter, Feuersnot, Fieber und Pest

Margareta: Patronin der Bauern, Helferin in Geburtsnöten

Katharina: Patronin der Theologen, der Rechtsgelehrten,

der Ehefrauen und Fürsprecherin für das Gedeihen der Felsfrüchte

drei Ritter: Georg, Achatius, Eustachius,

Georg: Helfer bei Kriegsgefahren, Fieber, Pest und anderem, gegen Versuchung und für gutes Wetter, und insgesamt Beschützer der Haustiere

 Achatius: Helfer bei Todesangst

Eustachius: Helfer bei schwierigen Lebenslagen und bei Trauerfällen,  Schutzheiliger der Jäger

ein Arzt: Pantaleon, Helfer gegen Kopfweh,

Schutzpatron der Ärzte und Hebammen.

ein Mönch: Ägidius, Beschützer desViehs und der Hirten

ein Diakon: Cyriacus, Patron der Unterdrückten,

Helfer in heftigen Versuchungen

ein Knabe: Vitus, Helfer für Anfällen, Augenkrankheiten, Unfruchtbarkein, der Apothekerund der Gehörlosen.

Christophous mit dem Jesuskind auf der Schulter

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Basilika Vierzehnheiligen

Einige von uns haben sich in die nächste Wirtschaft verzogen. Es ist ziemlich warm. Wir besuchen der kleinen Klosterfriedhof. In dem noch neuen Grab wurde der erst kürzlich (am 13. März 2018) verstorbene Pater Dominik Lutz beigesetzt.

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In der Information für Freunde von Vierzehnheiligen finde ich ein schönes Zitat:

Die Heiligkeit macht dich nicht weniger menschlich,

denn sie ist die Begegnung deiner Schwäche mit der Kraft der Gnade.

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Da wir noch genügend Zeit haben, gehen Toni und ich gemütlich bergab.

Auf dem Weg liegt das Mutterhaus der St. Franzikusschwestern. Hier gibt es Kaffee und Kuchen auch für Besucher.

Am Parkplatz angekommen hörten wir Töne einer Steirischen. Aber wer spielt da so schön? Es ist natürlich unser Dietmar, der sich mit seinem Instrument die Wartezeit verkürzt. Toll, kann ich da nur sagen, ein sinnvoller Zeitvertreib.

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Nach und Nach trudeln die restlichen Freunde ein. Um 17 Uhr ist Abfahrt. Bereits nach ca. 20 Minuten erreichen wir wieder unser Hotel in Schwabthal.

Ein frisches Pils (oder ein anderes Getränk) wirkt wie ein Wunder und belebt unseren Körper. Für den Geist haben wir heute reichlich genossen.

Zum Abendessen gibt es entweder Fisch oder einen Grillteller. Auf dem Grillteller liegen drei verschiedene Fleischsorten. Zum Nachtisch  lockt ein leckeres Eis.

Aber das Schönste ist, wenn man den Abend im überdachten Garten ausklingen lassen kann. Dabei fehlen natürlich nicht die unterhaltsamen Gespräche mit den Freunden vom OGV. Gegen 22 Uhr heißt es dann für mich, endlich die geschwollenen Beine im Bett hochlegen, das tut gut.

Sonntag, 15. Juli 2018

Immer wenn's am schönsten ist, heißt es auf Wiedersehen zu sagen. Unsere freundliche Wirtin verabschiedet sich im Bus von uns und wünscht eine gute Heimreise.

Pünktlich um 9 Uhr fahren wir ab und Dietmar verkündet gleich, dass die Strecke der Heimreise eine andere Route ist, damit wir auch noch eine andere Seite dieser herrlichen Landschaft sehen können.

Wir nehmen die A 73 nach Bamberg über Forchheim, Baiersdorf und dann die Ausfahrt Richtung Würzburg.

Auf der Rückreise werden wir noch in Rothenburg ob der Tauber Station machen und dieses schöne historische Städtchen besuchen. Bis dahin sind es noch 82 Kilometer, die wir in lockerer Unterhaltung im Bus verbringen.

Auf der B 470 fahren wir vorbei an Neustadt a.d. Aisch, Ipsheim und Bad Windsheim. Die Gegend ist geprägt von einer flachen Landschaft mit vielen kleinen Seen. Auf den Dächern von Uehlfeld haben sich Störche angesiedelt. Auf dem Kirchturm liegen vier Nester in alle Himmelsrichtungen. Auch auf den Wiesen verweilen zahlreiche Adebare und suchen nach Futter.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und so erreichen wir die Stadt Rothenburg o.d. Tauber kurz nach 11 Uhr. Es ist zwischenzeitlich 26 Grad warm.

In der Stadt ist kaum ein Durchkommen, Tausende von Touristen, meist aus Asien bevölkern die Stadt und die Läden. Unsere Gruppe geht getrennt, jeder kann sich anschauen, was ihm gefällt.

An der Informationsstelle besorge ich mir einen Stadtplan, im dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt enthalten sind.

Rothenburg ob der Tauber ist eine mittelfränkische Kleinstadt von Bayern, die an der Grenze zu Baden-Württemberg liegt.

Mit seiner weitgehend erhaltenen mittelalterlichen  Altstadt ist Rothenburg eine weltbekannte Sehenswürdigkeit mit vielen Baudenkmälern und Kulturgütern.

Herausragend an der Altstadt ist, dass sie sehr ursprünglich wirkt, da sie praktisch keine modernistischen Brüche aufweist, von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute, ursprüngliche Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet ist. Diese Ursprünglichkeit wird seit Jahrzehnten weitestgehend zu erhalten versucht.

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Zentrum der Altstadt

Zudem ist Rothenburg für mehrere bedeutende Museen bekannt, etwa das Kriminalmuseum, das Reichsstadtmuseum, das Handwerkerhaus und das Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt. Zu den überregional bekannten Veranstaltungen der Stadt gehören die Reichsstadttage und der Weihnachtsmarkt. 

Ab 1950 wurde die Stadt zu einem der Höhepunkte an der Romantischen Straße, der ersten Ferienstraße Deutschlands. Bis 1972 war sie kreisfrei  und Sitz des gleichnamigen Landkreises. Stadt und Landkreis kamen dann zum Landkreis Ansbach und Rothenburg wurde zur Großen Kreisstadt  erhoben. Zu Rothenburg gehören 39 Ortsteile.

Die evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche St. Jakob wurde zwischen 1311 und 1484 erbaut. In dieser bedeutenden Kirche befindet sich auf der Westempore das berühmte Heiligblut-Retabel des Würzburger Bildschnitzers Tilman Riemenschneider, das er zwischen 1500 und 1505 für eine Heilig-Blut-Reliquie geschnitzt hat. Diese Reliquie wird im Gesprenge in einer Bergkristallkapsel des Reliquienkreuzes aufbewahrt (ca. 1270). Bei der Heilig-Blut-Reliquie soll es sich um einen während des Abendmahls aus dem Kelch verschütteten Tropfen handeln, der durch die Wandlung zum Blut Christi wurde.

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Zwölfbotenaltar

Der Hauptaltar der Kirche ist der Zwölf-Boten-Altar aus dem Jahr 1466. Der spätgotische Flügelaltar enthält eine geschnitzte Kreuzigungs- und Heiligengruppe und steht im Ostchor der Kirche. Neben den Flügeln und der Predella ist der Altar an den Außenseiten und der Rückseite bemalt. Die Bilder des Altars stammen von Friedrich Herlin, die plastischen Bildwerke wohl aus der Ulmer Schule unter dem Einfluss Hans Multschers. Der Altarkorpus wurde von dem Tischler Hans Waidenlich  geschaffen. Auf der Rückseite der Seitenflügel (Werktagsseite) sind die älteste Darstellung der Stadt Rothenburg ob der Tauber und sehr seltene Bildlegenden von Jakobspilgern zu sehen, die im Zusammenhang mit der Jakobs-Legende  „Jakob steht auf“  stehen.

Neben dem Besuch der wunderschönen Kirche ist der Einblick in die Weihnachtswelt der Käthe Wohlfahrt ein besnderes Erlebnis. Das Herzstück des Hauses ist das Weihnachtsdorf am Marktplatz. Es bietet die weltweit größte Auswahl an traditionellem deutschem Weihnachtsschmuck und viele individuelle Geschenkideen, und dies das ganze Jahr über!

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Eine Spezialität von Rothenburg ist der sogenannte "Schneeballen". Es ist ein Gebäck aus Mürbeteig, das vor allem in der Region Hohenlohe/Franken bekannt ist. Seinen Namen verdankt er seiner kugeligen Form und der traditionellen Dekoration mit Puderzucker. Der Schneeballen hat einen Durchmesser von zirka acht bis zehn Zentimetern.

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Einen Versuch ist er wert, doch mir kommt er sehr trocken vor, es bleibt einem im Hals stecken. Dazu wäre ein Kaffee notwendig.

Aber die Zeit unseres Besuches vergeht sehr schnell, außerdem ziehen dunkle Wolken auf, das sieht nach Regen aus.

Um 13.30 Uhr sind alle pünktlich wieder am Bus. Wir fahren ein Stück auf der Romantischen Straße und der A 7 in Richtung  Ulm.

Schon fängt es leicht zuregnen an und die Temperatur fällt rasch von 28 auf 20 Grad. Im Rus ist Ruhe  eingekehrt als wir die Landesgrenze zu Baden-Württemberg überqueren. Am Kreuz Elchingen-Ulm fängt es kräfter zu regnen an Aber das stört und nicht, erstens sitzen wir im Trockenen und zweitens ist das Nass von oben für die Landwirtschat dringend nötig.

Zwei Stunden später verlassen wir die Autobahn bei Merklingen und wenig später kehren wir in Berghülen "zum Ochsen" ein.

Das Essen wir zügig serviert und das frische Getränk belebt die müden Geister.

Um 17.35 Uhr heißt es dann  "auf zum Endspurt". Über Urach und Reutlingen lugt die Sonne vorsichtig durch die grauen Wolkenfetzen.

Stefan nützt die noch verbleibenden Kilometer, um sein Abschiedssprüchle und Dank zu sagen an Christian für die Organisation, an Susanne für die informelle Vorbereitung und besonders an Dietmar, für seine ruhige und komfortable Fahrweise. 

Es war wirklich ein wunderschöner, eindruckvoller und, was sehr wichtig ist, ein harmonischer Ausflug mit einem vielfältigen Programm gespickt mit Natur und Kultur. 

Kirchentellinsfurt, den 21. Juli 2018

Ingeborg Schauer