Lehrfahrt Tachenhausen - Mai 2010

Nach all der vielen Arbeit, die viele Mitglieder in den letzten Wochen in unserem Lehrgarten und am Ausbau unseres Häusles geleistet haben, tut eine Pause gut. Pünktlich um 8 Uhr startet der vollbesetzte Bus, natürlich mit Dietmar am Steuer. Über Pliezhausen, Nürtingen und Wendlingen fahren wir Richtung Oberboihingen und erreichen bald den hochgelegenen Hof der Fachhochschule Tachenhausen. Hier begrüßt uns Herr Teeuwen und führt uns durch die Gärten. Die Lehr- und Versuchsgärten sind eine wissenschaftliche Einrichtung der Fachhochschule auf den Gebieten Landschaftsarchitektur, Landschafts- und Stadtplanung mit Themenbereichen Pflanzen, Pflanzungen und Elementen der Freiraumplanung. In den verschiedenen Gärten werden die Eigenschaften der Pflanzen einer Art oder einer Sorte erforscht und Gehölze, Stauden und Sommerblumen in anwendungs-bezogener sowie standortbedingter  Anordnung vorgestellt. Im sogenannten Bauerngarten befindet sich ein jährlich wechselndes Sortiment von Sommerblumen. Besonders schön ist der historische Pfingstrosengarten, der aufgrund einer Schenkung angelegt werden konnte und Sorten mit Züchtungen von 1824 bis heute angeordnet sind. Rosen und Kletterpflanzen befindet sich in gesonderten Bereichen, Stauden sind nach Lebensbereichen geordnet und auf klar gegliederten Beeten gepflanzt unter Berücksichtigung von den verschiedenen Pflanzeneigenschaften, von Beet- und Prachtstauden, Freiflächen, Steppenheide, Steinbeet bis zum Heidebeet und Gehölzrand. Insgesamt sind 2.000 Pflanzen angesiedelt, davon 1.200 Stauden, 700 Gehölze, der Rest sind Zwiebelpflanzen. Der Gärtnermeister antwortet gerne auf die ihm gestellten Fragen. So haben sicherlich einige von uns noch etwas dazu gelernt. Danach geht es weiter nach Schorndorf. In der Gasthausbrauerei werden wir zum Mittagessen erwartet. Das Kesselhaus der ehemaligen Brauerei liegt im Herzen der Stadt Schorndorf und bietet ein unverkennbares Ambiente eines Industriegebäudes von 1895. Danach werden wir von zwei Stadtführern durch die historische Altstadt von Schorndorf geführt. Schorndorf liegt in einer tiefen Talerweiterung der Rems, zwischen Schurwald und Welzheimer Wald. Als Namensgebung musste das Wappen mit dem goldenem Schildhaupt herhalten, die darin liegende schwarze Hirschstange, in Rot und zwei schräg gekreuzte mit dem Blatt nach oben gekehrte goldene Spaten nannte man früher „Schoren“. Im Jahre 1235 wurde der Ort erstmals als Dorf „Uff dem Sand“ urkundlich erwähnt. Um 1250 erwarb Graf Ulrich I. von Württemberg den Ort und baute ihn zur Stadt aus. 1634 brannte die Stadt nach der Besetzung durch kaiserliche Truppen fast vollständig ab. 1688 bewahrten die „Weiber von Schorndorf“ unter der Führung von Barbara Walch-Künkelin (Frau des damaligen Bürgermeisters) die Stadt vor der Übergabe an die Franzosen. Vom ehemaligen Spital aus, durch das ehemalige Jagdschloss und dem Burgschloss führt uns der Rundgang in die historische Altstadt. Der Marktplatz mit dem Marktbrunnen und zahlreichen historischen Fachwerkhäusern zählen zu den schönsten Deutschlands. Das Rathaus, 1726 bis 1730 erbaut, gilt als Wahrzeichen der Stadt. An seiner Rückwand befindet sich das Mosaik „Die Weiber von Schorndorf“ von 1965 und davor das Gottlieb-Daimler-Denkmal. Unweit die Palmsche Apotheke. Westlich des Marktplatzes erhebt sich die Evangelische Stadtkirche von 1477. Am Kirchplatz findet man die ehemalige Lateinschule, in der heute das Standesamt und das Stadtmuseum untergebracht ist. Im Geburtshaus von Gottlieb Wilhelm Daimler in der Höllgasse kann man dessen Lebensgeschichte und Wirken erfahren.  Nach einer wirklich interessanten Stunde suchen die meisten von uns eines der zahlreichen Cafés auf oder lassen sich ein leckeres Eis schmecken. Gegen 16.30 Uhr verlassen wir die Stadt und fahren durch den Schurwald und den zahlreichen kleinen Weindörfer in Richtung Plochingen. Bis jetzt hat das Wetter mitgespielt. Es sah so aus, als ob wir die Regenzonen umfahren haben, denn links und recht stehen dunkle Wolken am Himmel. Doch bei Nürtingen holt uns die Wetterfront ein und es prasselt kräftig auf den Bus. Je näher wir der Heimat kommen, lässt der Regen nach und ein paar Sonnenstrahlen zeigen sich wieder. So kehren wir trockenen Fußes zum Abschluss ins Sportheim Faulbaum ein. Alle waren der Meinung, es war wieder ein lehrreicher, interessanter und vor allem entspannter Ausflug. Unserem Vorstand gebührt ein herzliches Dankeschön für die vortreffliche Organisation: „Das Wahre suchen, das Gute üben, das Schöne lieben“.

 

Ingeborg Schauer