OGV – Lehrfahrt am 15. Juli 2017

LF2017 1Bei der Abfahrt am Samstag, 15. Juli 2017 um 7 Uhr, ist der Himmel bedeckt bei 15 Grad. Nach den vielen heißen Tagen erwarten uns heute gemäßigte Temperaturen bei unserer Lehrfahrt auf die Insel Reichenau. Zu Beginn der Fahrt begrüßt uns Dietmar in seiner lockeren Art, vorzustellen braucht er sich nicht mehr, er ist ja allgemein bekannt. Und wir freuen uns, dass er heute wieder mit uns fährt. Danach prüft Stefan die Teilnehmerliste, um sich zu vergewissern, dass alle angemeldeten 46 Personen auch dabei sind. Danach teilt er ein Info-Blatt über die Ziele der heutigen Lehrfahrt und die Essensliste für Mittag in Reichenau und Abend im Hotel Kreuz aus.
Die Fahrtroute von Tübingen, Hirschau, auf die A 81 bei Rottenburg in Richtung Singen ist bekannt, da wird die Zeit genutzt, um sich mit dem Nachbarn zu unterhalten. Vor uns sind ca. 20 Heißluftballone auszumachen.
Die Bundesstraße B 33 Singen-Konstanz führt bis zur Einfahrt der 150 Jahre alten, künstlich erbauten Autostraße mit Fußgänger und Radweg. Über diesem aufgeschütteten Damm mit einer wunderschönen Pappelallee (Deutsche Alleenstraße) ist die Insel mit dem Festland verbunden. Er wurde 1838 auf Initiative von Napoléon III., welcher seine Jugend auf dem gegenüberliegenden schweizerischen Schloss Arenenberg verbrachte, gebaut. Der höchste Punkt der Insel (Hochwart, früher Friedrichshöhe) liegt auf 438,7 Metern und erhebt sich circa 43 Meter über den Seespiegel. Die Insel ist 4,5 Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit und besitzt eine Gesamtfläche von 4,3 Quadratkilometern. Der Umfang beträgt 11,0 Kilometer. Flächenmäßig ist die Insel bei weitem die größte im gesamten Bodensee und ist mehr als sechsmal so groß wie die an zweiter Stelle stehende Insel Lindau. Anschauliche Beispiele klösterlicher Architektur vom 9. – 11. Jahrhundert bieten die drei romanischen Kirchen der Insel: Das Münster St. Maria und Markus mit einer Schatzkammer, das St. Georg mit ottonischen Wandmalereien und die St. Peter und Paul-Kirche. Am Parkplatz bei Oberzell angekommen, gibt es Brezeln und heißen Kaffee.
Nach einer dreiviertel Stunde fahren wir zum Treffpunkt am Hotel Insel-Hof. Dort steigt die Fremdenführerin in den Bus ein und beginnt sofort mit ihren Erklärungen über die Klostergeschichte. „Auf der Insel gibt es drei Feiertage mehr als wo anderes“. Da gibt es das Markusfest am 25. April, das Heilig-Blut-Fest eine Woche nach Pfingstmontag und das Patrozinium am 15. August. Die einen sagen, „Jeder wie er es verdient“ und die anderen sagen „Jeder wie er es nötig hat.“ Im Jahre 724 gründete der Wanderbischof Pirmin das Insel-Kloster. Er brachte vierzig Mönche auf die Reichenau mit. Dies berichtet eine Gründungsurkunde, die Karl Martell am 25. April 724 an den Alemannenherzog Lantfried und den Grafen Berthold schrieb. Im Jahr 724 kam der Alemanne Sintlaz auf die Reichenau, die damals nach dessen Namen „Sintlazau“ genannt wurde. Dort sollte er ein Kloster zu Ehren der Gottesmutter und der Apostel Petrus und Paulus gründen. Zu dieser Schenkung gehörten neben der Insel auch die Orte Markelfingen, Allensbach, Kaltbrunn, Wollmatingen, Allmansdorf und Ermatingen. Die Abgaben dieser Orte sollten dem neuen Kloster gehören. Die Insel selbst war damals unbewohnt und verwildert. Die Legende erzählt, dass, als der Heilige die Insel betrat, Schlangen, Kröten und Gewürm fluchtartig die Insel, auf der sie hausten, verließen und sich in den See stürzten. Drei Tage und drei Nächte soll die Flucht gedauert haben. Danach habe Pirmin mit seinen vierzig Männern die Insel gerodet und urbar gemacht. Für die Mönche unter ihrem Abtbischof Pirmin wurde am Nordufer der Insel ein aus Holz erbautes Kloster mit Kirche errichtet. Es waren keine primitiven Klosterzellen, sondern es war bereits eine vierflügelige Anlage um einen Kreuzgang, deren eine Seite von der Kirche eingenommen wurde.
Wir fahren um die Kirche herum und bleiben kurz beim Klostergarten am Walahfried-Strabo-Weg stehen. Früher haben 64 Äbte hier gelebt und gearbeitet. Mit Abt Waldo (786-806) begann das goldene Zeitalter auf der Reichenau. Er war zugleich noch Bischof von Pavia und Regent des jungen Langobardenkönigs Pippin, eines Sohnes Karls des Großen. Durch ihn wurde der Ruhm der Klosterschule und der Bibliothek begründet. Sein Nachfolger, ein ebenso einflussreicher wie Kunst liebender Mann war Abt Heito I. (806-823).
Auf die Äbte Erlebald (823-838) und Ruadhelm (838-842) folgte der Höhepunkt der Abtei unter Abt Walahfried Strabo (842-849). Er war Gelehrter, Dichter und Erzieher am kaiserlichen Hof in Aachen. Ebenso schrieb er um etwa 840 das erste Gartengedicht „De cultura hortorum“, kurz Hortulus genannt. Der „Hortulus“ ist die erste Kunde vom Gartenbau in Deutschland. In 444 Hexametern werden 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen beschrieben, die noch heute die Gärten bereichern. „Der Garten ist die vollkommene Utopie der Welt“ Walahfried Strabo war Mönch, Dichter, Diplomat, Botaniker und Abt des Klosters, Reichenau am Bodensee. 849 ertrank er in der Loire während einer Gesandtschaftsreise. Sein Werk „liber de cultura hortorum“ auch bekannt als „Hortulus“ ist in Versform verfasst und ist eines der frühesten Zeugnisse des Gartenbaus in Deutschland und eines der wichtigsten botanischen Werke des Mittelalters. Darin beschreibt Strabo 23 Heilpflanzen und ihre Anwendung in der Heilkunde. Die Reihenfolge, in der er die Pflanzen aufführt, bezieht er aus dem „Capitulare de villis“. Abt Strabo schrieb: "Ich scheue mich nicht, die schwieligen Hände tagsüber zu bräunen und in vollen Körben Mist über das Erdreich zu verteilen". Die Kirche St. Georg wurde von Abt Hatto III. Er ließ die Reliquie auf die Reichenau bringen, wo sie ihren Platz in der Krypta der neuerrichteten Kirche fand. Mit dem heutigen Bau stehen noch große Teile der ursprünglichen Basilika. Im Jahr 2000 wurde diese Kirche in die Liste des Welt-Kulturerbe aufgenommen.
Wir fahren weiter nach Niederzell und machen einen kurzen Spaziergang zur Kirche St. Peter und Paul und besuchen das gegenüber liegende neue Museum. Das kleine Museumsgebäude bei St. Georg und St. Peter und Paul erläutert die Baugeschichte der jeweiligen Kirche. Auch die berühmten Wandmalereien der St. Georgskirche oder das Thema Gebetsverbrüderungen werden thematisiert. Gemeinsam mit den drei romanischen Kirchen bilden die insgesamt vier Museumsgebäude, die sich in unmittelbarer Nähe dazu befinden, ein "Informationsnetzwerk" zum Weltkulturerbe "Klosterinsel Reichenau". Die Eindrücke der verschiedenen musealen Stationen der Entdeckungstour über die Insel Reichenau ergänzen sich mit der Besichtigung der historischen Bauwerke zu einem Verständnis des "Geistes der Reichenau". „Der Reichenauer Mönch und Bischof von Verona Egino ist der Erbauer der Kirche St. Peter und Paul in Reichenau-Niederzell. Sein Nachfolger in Verona, der Reichenauer Mönch Ratoldus, Gründer von Radolfzell, hat die Reliquien des Hl. Markus 830 auf die Reichenau gebracht. Im Jahre 925 kam die Heilig-Blut-Reliquie (ein byzantinisches Abtskreuz, das blutgetränkte Erde von Golgatha und Holzsplitter enthält), auf die Insel.“ Seither wird jedes Jahr am 25. April das Fest zum Heiligen Markus gefeiert.
Wieder im Bus kommt die Fremdenführerin zur heutigen Besonderheit der Insel. Durch die temperaturausgleichende Wirkung des Bodensees, die positiven Auswirkungen des Alpenföhns und die daraus resultierende hohe Zahl an Sonnentagen ist das Klima auf Reichenau besonders mild. Hiervon profitiert zuvörderst der Gemüseanbau mit bis zu drei Freilandernten pro Jahr. Etwa 160 Hektar der Insel werden landwirtschaftlich genutzt; mehr als 25% der Anbaufläche befindet sich in Gewächshäusern.
Der Vertrieb wird über eine hochmoderne genossenschaftliche Vermarktungseinrichtung organisiert. Tomaten, Salate, Gurken und Feldsalat von der Insel Reichenau sind durch die von der EU heraus gegebenen geografischen Angaben geschützt. Das gärtnerische Sortiment geht von Petersilie und Schnittlauch zu Blumenkohl, Gurken und Paprika bis zu den Kartoffeln. Es gibt alleine 45 Sorten an Tomaten. Die berühmteste Sorte nennt sich „Inselperle“. Sie wird hauptsächlich unter Glas gezüchtet. Die Reichenauer Inselperle ist ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Die vergleichsweise kleinfrüchtige Tomate entwickelt nach der Bestäubung durch eine Hummel im milden Seeklima ein außergewöhnliches Tomatenaroma. Tomatenkenner und ambitionierte Gourmets schätzen und lieben das spezielle Säure-/Zuckerverhältnis. Bereits auf den ersten Biss schmeckt man die süßere Geschmackskomponente, die man vor allem kurz nach der Ernte am besten genießen sollte. Auf mehr als 120 ha Freiland- und Gewächshaus-Fläche ziehen die Reichenauer Gemüsebauern insbesondere Tomaten, Gurken und Salat in von Feinschmeckern begehrten Qualitäten. Auf der Reichenau haben zwanzig Berufsfischer, die vor allem Felchen, Hechte und Forellen im Bodensee fangen, ihren Standort. Außerdem werden im südlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands auf 20 ha Fläche Trauben für süffige Rot- und Weißweine geerntet. Wir hören noch, wie man mit Ungeziefer wie z.B. Blattläusen umgeht. Mit Gallmücken, Schlupfwespen und Raubmilben wird eine offene Zucht der Blattlausbekämpfung gehandhabt.
Die jährliche Produktion ermöglicht heute rund 12.000 Tonnen Frischgemüse. Zur Bewässerung wurden unterirdisch 60 Kilometer lange Rohrleitungen mit Entnahmestutzen auf den Feldern verlegt, die von vier Pumpwerken aus dem Seewasser gespeist werden. 1400 Zapfstellen wurden eingerichtet. Die Berechnung der Entnahme von Wasser geht nicht auf die Menge zurück, sondern der Gärtner meldet lediglich seine Fläche an. Das ist für die Betreiber besonders kostengünstig. 1880 wurden auf der Reichenau die ersten Reben gepflanzt. Um die Situation für die Winzer zu verbessern, hat 1896 der Pfarrer Meinrad Meier mit 62 Rebleuten den Winzerverein Reichenau gegründet. Die Idee sich zusammen zu schließen brachte Erfolg. Im Jahre 1913 hatte der Winzerverein 194 Mitglieder, diese bewirtschafteten 140 ha Reben. Trotzdem waren in den folgenden Jahren die Weinbauflächen ständig rückläufig, bis im Winter 1928/29 die meisten Reben erfroren. Der Weinbau musste immer mehr dem ertragreicheren Gemüsebau weichen. Der Krieg und ein verheerend starker Frost 1940, mit einer Ernte von nur 340 Liter Wein, brachten dem Weinbau fast das Ende. Die Tage der über tausendjährigen Weinkultur auf der Insel Reichenau schienen gezählt. Der entscheidende Impuls für den neuen erfolgreichen Weinbau auf der Insel Reichenau bildete die in den 1970er Jahren durchgeführte Flurbereinigung. Die zum Gemüseanbau nicht so geeigneten Hangflächen wurden für den Weinbau ausgewiesen. Anfänglich umstritten, hat sich die Geschichte bewährt. Heute umfassen die Rebanlagen, die die Winzer bewirtschaften, ca. 20 Hektar. Die Trauben werden alle sorgfältig von Hand gelesen und im alten Klosterkeller, aber nach neuesten Erkenntnissen, verarbeitet. Die Reichenauer Weine haben einen hervorragenden Ruf. Dafür geben sich die Winzer und der Kellermeister alle Mühe. Die Hauptrebsorten auf der Insel Reichenau sind der Blaue Spätburgunder und der Müller-Thurgau, die fast 80 % der Rebfläche ausmachen. Trocken und halbtrocken ausgebaut, wird die Sorte heute häufig als ‘Rivaner’ bezeichnet, nach den ursprünglich angegebenen Elternreben Riesling und Silvaner. (Müller-Thurgau ist eine Weißweinsorte. Sie wurde 1882 vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet). Ergänzt wird das Sortiment durch Grauburgunder, Gutedel, Kerner, Chardonnay und Muskateller.
Neu im Winzerverein Reichenau ist Wein aus biologisch angepflanzten Trauben. Östlich der Oberzeller Kirche haben drei Winzer auf einem Grundstück, das seit Jahren nicht bewirtschaftet wurde, 2009 drei Sorten Reben gepflanzt und diese kontrolliert ökologisch bewirtschaftet. Im Angebot sind Sauvignon gris Spätlese (trocken), Cabernet Cortis Auslese (trocken) und Muskaris Spätlese (halbtrocken).
Zudem ist der Tourismus mit über 200.000 Übernachtungen und vielen Tagestouristen neben dem Gemüseanbau und der Fischerei Haupteinnahmequelle der Insel. 60 % des Gemüses werden nach Baden-Württemberg geliefert. Haupteinnahmequellen auf der klimatisch besonders günstig gelegenen Insel sind der Gemüseanbau und der Tourismus. Die Umgebung vom 45 Meter hohen Aussichtspunkt Hochwart aus zieht auch die Kultur und Geschichte der Insel viele Besucher an. Die Geschichte erzählt:
„Als der liebe Gott am letzten Tag seiner Schöpfungsgeschichte noch einen Erdklumpen am Finger hatte, wollte er es besonders gut machen. Es sollte sein Meisterstück werden. Er schleuderte den Erdklumpen an das Westende des Untersees und formte mit dem Daumen die Täler und die Hügel, holte aus einer Schachtel die Häuser, legte sie hinein, und als er fertig war und sein Werk gut war, sagte er: „So jetzt hör ich auf“. Begleitet wurde der liebe Gott aber von zwei Engeln. Der rechte Engel sagte: „Des mein i au“ und das wurde die Blumeninsel Mainau. Der linke Engel sagte: „Das reicht au“ und das wurde die Insel Reichenau.“
Die historische Geschichte über den Gnadensee lautet: „Zwischen Allensbach und der Insel Reichenau liegt der Gnadensee; Der Name des Gnadensees stammt vermutlich aus der Zeit, als die Gerichtsbarkeit auf der Insel Reichenau angesiedelt war. Wurde ein Angeklagter zum Tode verurteilt, so konnte die Vollstreckung des Urteils nicht auf der Insel ausgeführt werden, sondern nur am Festland, da die ganze Insel heiliger geweihter Boden war. Deshalb wurde der Verurteilte mit einem Boot in das Gewann „Galgenacker“ zum Festland in Richtung des heutigen Allensbach gebracht, Dort stand der Galgen, damit das Urteil dort vollstreckt werden konnte. Wenn nun der Abt den Verurteilten doch noch begnadigen wollte, so ließ er die Gnaden-Glocke läuten, bevor der Verurteilte am anderen Ufer ankam. Damit wurde dem Henker am Festland signalisiert, dass der Verurteilte Gnade erfahren hatte.“
Die zweistündige Rundfahrt endet gegen 12 Uhr am Hotel Insel-Hof, wo wir das Mittagessen im hinteren Terrassenteil und schattenspendenden Bäumen einnehmen können.
Gegen 13.20 Uhr fahren wir weiter zu unserem nächsten Ziel. Dafür müssen wir über die Grenze in die Schweiz. An der Grenze gibt es keine Probleme. Es folgen viele kleinere Ortschaften wie Bodmannsee, Münzerlingen, Landschlacht, Gittingen, Kesswil, Utwil und Rorschach, Salmach, Egnach und Neukirch. Im Stadtteil Neukirch steht seit über 50 Jahren die Firma Häberli und bietet ein umfangreiches Sortiment an Obst- und Beerenpflanzen für den Hausgarten an. Sie garantieren für eine hochwertige Qualität der Containerpflanzen. Bereits in den 60er-Jahren begann Häberli mit der Produktion von Erdbeer-Jungpflanzen.
Gesunde, robuste und aromatische Sorten zu züchten war bereits zu diesem Zeitpunkt ein wesentliches Züchtungsziel. Im Jahr 1964 legte der Gründer Hansjörg Häberli auf dem elterlichen Bauernhof in Neukirch-Egnach (Schweiz) den Grundstein für das Geschäft mit Obst- und Beerenpflanzen. 50 Jahre später ist aus dem Ein-Mann-Betrieb ein erfolgreiches Unternehmen geworden, welches Kunden in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Slowenien bedient. Laufend erweiterte Häberli das Sortiment auf andere Beeren- und Obstarten. Die bisherige Strategie, die besten Obst- und Beerenpflanzen für Hausgarten, Balkon und Terrasse anzubieten, verfolgt man auch heute noch konsequent, robust und ertragreich, mit aromatischen Früchten, sollen sie sein. Häberli pflegt dafür ein Netzwerk mit Züchtern in der ganzen Welt und ist ständig auf der Suche nach den besten Sorten sowie neuen Beeren- und Obstarten. Besonders interessant sind dabei aromatische Neuheiten, verbesserte Qualitätseigenschaften oder Früchte mit hohem Gesundheitswert. Hierzu gehören die rot blühenden immer tragenden Erdbeersorten. Nach der kurzen Begrüßung und Einführung in Firmengeschichte werden wir zu einem 90-minüten Rundgang eingeladen. Im Jahr 2004 feierte die Firma Häberli das 50-jährige Bestehen. Ab 2008 wird der Geschäftsbereich Wiederverkauf in die Rutishauser Gruppe integriert und tritt neu als Häberli Fruchtpflanzen AG/GmbH auf. Der Personalbestand liegt bei 25 festen Mitarbeitern und im Sommer 40–50 Saisonhelfer. Frau Friederike Weinert ist in der Verkaufsleitung tätig und begleitet uns auf dem Rundgang durch das weitläufige Gelände von 8,5 Hektar. Den ersten Eindruck bekommen wir in einem großen Gewächshaus mit weniger bei uns bekannten Obststauden wie die Indianerbananen und Feigenstauden, Himbeeren als Zwergstamm oder Blaubeeren im Topf. Im Schaugarten befinden sich vermehrte Versuchssorten von rot blühenden Erdbeer-Jungpflanzen und neue Sorten von stachellosen Brombeeren (Sorten wie Scotty loch, Nessy loch ness oder Jumbo) und Himbeeren, Johannisbeeren, Jostabeeren, Stachelbeeren, sowie Obstsäulenbäumen und immertragender Rhabarber der Sorte „Livingstone“. Im hinteren Teil der Anlage sind Sorten von Zwerghimbeeren und Brombeeren Sorte Nessi in der Ampel und verschiedene Neuheiten aus England in Töpfe gepflanzt. Düngen einmal im Jahr nur mit Kompost, Pflanzenschutz wird fast gar nicht verwendet. Naschen ist ausdrücklich erlaubt und wird auch reichlich genützt. Nach dem sehr informativen Rundgang sind Getränke und Kräcker bereit gestellt. Zur Information liegt die Broschüre „Früchte Profi“ bereit, in der alle angebotenen Sorten von Obst- und Beerenpflanzen mit Kulturanleitung enthalten sind. Wer möchte, kann sich noch im Verkaufsraum und den Angeboten an Containerpflanzen umsehen und auch zugreifen.
Gegen 16.10 Uhr treten wir bei 23 Grad die Rückfahrt an. Wir nehmen die gleiche Strecke durch die verschiedenen Ortschaften bis an die Schweizer Grenze. Wir fahren durch das schöne „Tal der Lauchert“, einer der schönsten Landschaften auf der Schwäbischen Alb. Zum Abendessen sind wir im Hotel Kreuz in Gammertingen angemeldet. In der Schwabenstube ist für uns gedeckt. Die Getränke und das vorbestellte Essen wird zügig serviert. Um 20.10 Uhr steigen wir zum letzten Mal in den Bus, der uns über die Alb und Reutlingen nach Kirchentellinsfurt bringt. Stefan bedankt sich beim Dietmar für seine geschmeidige Fahrt durch den Tag und überreicht ihm den obligatorischen Umschlag. Ein Applaus gilt auch Klara für die leckeren „Flachswickel“. Ein Dank gilt auch Susanne für die Vorbereitung dieser Lehrfahrt und auch den Teilnehmer für ihre Pünktlichkeit. Es war eine interessante und erfolgreiche Lehrfahrt. Vielen Dank an unseren Vorstand.

Ingeborg Schauer