Klimabericht 2016

Das Jahr 2016 begann mit Nebel, milden Temperaturen und ohne Schnee. Im Laufe des Januars wurde es bis zu +10 Grad warm. Die ersten Frühlingsboten waren sichtbar und – kaum zu glauben - die erste Erdbeere aus Waldorf-Häslach wurde in der Tagespresse vorgestellt.

Schnee und tiefere Temperaturen wurden angekündigt und es kam auch so. Viel Schnee und tiefe Temperaturen waren endlich da. Die Ski-Lifte auf der Alb liefen, Schneebesen und Scheibenkratzer waren bei den Autofahrern mittlerweile ein beliebtes Handwerkszeug. Aber so schnell wie der Winter gekommen war, war er auch wieder weg. Die Temperaturen stiegen an und von der weißen Pracht war nicht mehr viel zu sehen. Bald wurde die 10 Grad-Marke überschritten und Temperaturen von bis zu 15 Grad stellten sich ein. Der Januar verabschiedete sich viel zu warm und viel Sonne. Ein frühlingshafter Wintermonat geht zu Ende. Bis jetzt war es ein Winter, der ein Frühling war.

Am 1. Februar wurden Frühaufsteher um sechs Uhr morgens mit 12,1 Grad begrüßt, Plusgrade wohlbemerkt. Was für ein Start in Wintermonat Februar.

Die Rosenmontagswoche (ab 8.2.2016) fing mit über 10 Grad Wärme und sehr stürmische an. So stürmisch, dass viele Rosenmontagsumzüge, z. B. der in Mainz, abgesagt werden mussten. In den Regionen der Schwäbisch-Allemannischen Fasnacht kam es zu keinen Absagen, es waren einfach zu viele Hexen unterwegs, die ihren Einfluss auf das Wetter geltend machten. Am 22.2. stellte sich ein Wärmerekord mit fast 15 Grad ein und am nächsten Tag Schneefall. Die Wiesen waren weiß mit einem Schimmer von Grün.

Im Gegensatz zum 1. Februar war am 1. März alles weiß. Mit einer dünnen Schneedecke wurden die Frühaufsteher überrascht. Die weiße Pracht war aber nur von kurzer Dauer.

Der März, ein ganz normaler Wettermonat, von allem etwas aber nichts extremes. Bei einem Spaziergang an einem der ersten warmen Vorfrühlingstage konnten die schon deutlich vergrößerte Blüten- und Blattknospen bei Zwetschge, Birne und Apfel wahrgenommen werden.

Ganz entgegen dem Spruch: der April weiß nicht was er will, begann der Monat April. Mit Wolken, Sonne und ein wenig Regen, aber sonst mit wenig Abwechslung. Die Temperaturen stiegen an und erreichten immer öfter die 15 Grad-Marke. Das schöne Gelb der Osterglocken oder des Forsythienstrauches war überall sichtbar. Am 6.4.2016 konnte die erste offene Blüte an einem Pflaumenbaum festgestellt werden. Erst gegen Ende des Monats gingen die Temperaturen richtig in den Keller, Schnee, Graupel und Werte um 0 Grad brachten die Natur durcheinander. Bei ungünstig stehenden Nussbäumen sorgte der Frost dafür, dass es keine Nussernte geben wird.

Der Mai ist gekommen und mit dem Monat kamen auch die warmen Temperaturen. Innerhalb einer Woche stieg das Thermometer von +7 Grad auf sage und schreibe über +25 Grad Wärme (8.5.2016) an. Die Blütenknospen explodierten und überall zeigten die Bäume ihre Blütenpracht. So warm der Mai begonnen hat, so kühl war die zweite Maihälfte. Selten wurde die 15 Grad-Marke überschritten, teilweise lagen die Tageshöchsttemperaturen sogar unter 10 Grad.

Alle Erwartungen für ein schönes warmes Wetter lagen auf dem Monat Juni. So war es auch - im Norden. Während der Norden Deutschlands mit immer neuen Tageshöchstwerten von über 25 Grad aufwarten konnte, war im Süden Land unter. Ein Tief hatte sich im Süden festgekrallt und sorgte für dauerhafte Niederschläge von bis über 100 Liter pro Quadratmeter. Braunsbach in Baden-Württemberg hat es da ganz schwer erwischt. Das Wasser hat den ganzen Ortskern vernichtet. Aber auch bei uns war Starkregen angesagt, mehr als einmal regnete es mehr als 20 Liter pro Quadratmeter in der Stunde. Das Wetter spielte verrückt - Tornado in Hamburg, überflutete Ortschaften in Baden-Württemberg und Bayern. Die zweite Junihälfte war geprägt durch immer wieder sich einstellenden Starkregen. In Betzingen lief die Echaz schon wieder über die Ufer, in Pfullingen überflutete die Echaz die Parkplätze in der Gönninger Straße, teilweise bis zu 50 cm hoch. Kein schöner Monat für die Landwirtschaft, Gartenbesitzer und Menschen, die in der Nähe von Bächen oder Flüssen wohnten.

So richtig Sommer werden will es nicht. Durchwachsen zeigt sich der Juli. Es war alles dabei, von acht Grad am frühen Morgen, mäßigen 18 Grad Höchsttemperaturen über viele Tage, bis zu strahlend blauen Himmel mit deutlich über 30 Grad im Schatten. Die Himbeeren konnten geerntet werden und ab Mitte Juli waren dann auch schon die ersten Brombeeren auf dem Kuchen. Ab dem 18. Juli wurde es dann wirklich Sommer, schnell kletterte das Thermometer auf über 30 Grad.

Der Hitzemonat August ist angebrochen – Fehlanzeige, Sonne, Regen, Wind, alles war dabei was fehlte waren die wirklich heißen Tage. Zwar waren da schon mal ein, zwei Tage dabei, die richtig Badewettercharakter hatten, aber so richtig heiß über einen längeren Zeitraum war der August nicht. Den Brombeeren und den Mirabellen fehlte ein kräftiges mehr an Sonne, es dauerte lange bis sie richtig süß waren. Aber dann kam er doch noch, der Sommer. Die letzte Augustwoche bescherte uns Temperaturen um die 30 Grad.

So wie der August sich verabschiedet hat startete der September. Die Temperaturen waren allerdings nicht mehr ganz so heiß. Die ersten Mostereien öffneten und nahmen Fallobst an und wer die eine oder andere Apfelfrühsorte hatte, konnte jetzt die leckeren Äpfel genießen. Bis zum 15. Sep. gab es Sonne pur, selten war eine Wolke am Himmel zu sehen. Die Wiesen wurden braun und die Äpfel nahmen, wegen Wassermangel, nicht an Größe zu. Am Wochenende um den 16. Sep. kam endlich der ersehnte Regen.

Der Oktober begann mit trüben Wetter mit mäßigen Temperaturen. Zur Monatsmitte hin steigerten sich die Temperaturen auf angenehme ca. 20 Grad im Schatten und an einem sonnigen Plätzchen konnten die 25 Grad sogar überschritten werden. Mit tiefblauem Himmel und wunderschönes Herbstlaub wurde der Sonntagssparziergang belohnt. Das Obst war überwiegend kleinfrüchtig - es fehlte das Wasser - von der Süße lag man zwischen 50 und 55 Oechsle. Der Lohn für das Auflesen oder Schütteln der Bäume war ein süßer Apfelsaft oder ein duftender Kuchen. Nach Abschluss der Ernte kehrt Ruhe auf den Obstwiesen ein.

Mit seinen Morgennebeln machte der November seine Aufwartung. Raureif am Morgen, Eis auf der Windschutzscheibe und die eine oder andere Frostnacht ließen die Blätter von den Bäumen fallen. Die etwas ruhigere Zeit begann und man konnte mit den ersten Vorbereitungen für das Schneiden der Obstbäume beginnen.

Trotz einzelner Wetterkapriolen geht das relativ ruhige aber trockene Obstjahr zu Ende, mal sehen was 2017 bringt.

(Uwe Jakubik)