Klimabericht 2015

Gleich zum Anfang des Jahres zeigte der Januar fast das komplette Repertoire der Wetterkunst. Mit richtig nassen Füssen begann das Jahr. Hochwasser war angesagt vom Wasser führenden Kanal für das Kraftwerk in Altenburg bis an die Bundesstraße war das Neckartal bei Altenburg überflutet. Es folgten weitere Überraschungen mit Graupelregen und Blitzeis. Aber das Klimapotpourri war noch nicht abgeschlossen, es folgten am Wochenende bis zu 15 Grad Wärme. Mit einem Hauch von Schnee verabschiedete sich dann der Januar.
Der Februar machte dem April alle Ehre. Wechselhaft war er. Von Schnee und Eis über Hochwasser, warme Temperaturen bis zu 16 Grad und Frost bis zu Minus 10 Grad, alles war vertreten. Deutlich sichtbar war der Unterschied zwischen Alb und Neckarregion, während auf der Alb alles weiß war, blühten bei uns schon die Krokusse.
Viel blauer Himmel war im März nicht zu sehen. Es gab von allem etwas: viele graue Wolken, Schnee und Graupel, Sonne und Wärme und das bis zu 20 Grad. Die ersten Stare waren zu sehe. In der Luft war ein Hauch von Frühling zu spüren.
Wer Urlaub um die Osterfeiertage gebucht hatte, der wurde im April mit viel Wolken und Regen empfangen. Erst nach Ostern kam die Wärme mit Temperaturen um oder über 25 Grad. Die ersten Kirschblüten waren schon ab dem 12. April sichtbar. Die Birnenblüten waren kurz vor dem Aufgehen. Am 15.4.2015 wurde die 25 Grad-Linie zum ersten Mal in diesem Jahr überschritten.
In der zweiten Aprilhälfte standen die Streuobstwiesen hier bei uns in voller Blüte. Die Wiesen waren saftig grün und auch der Löwenzahn zeigte sich von seiner schönsten Seite. Aber der April war auch trocken, viel zu trocken. Über zwei Wochen stellte sich kein nennenswerter Niederschlag ein.
Der Mai war gekommen und zwar mit viel Regen, viel Wärme aber wenig Sonne. Die Eisheiligen blieben in diesem Jahr aus. Am 12. Mai wurden wieder über 25 Grad gemessen – ein weiterer Sommertag. Die Nächte waren teilweise recht frisch aber ohne Frost. Es regnete reichlich und es stellte sich gutes Wachstum in den Gärten ein.
Kälte und viel Regen gab es Juni. Mitte Juni lagen die Höchsttemperaturen zwischen 17 und 18 Grad, selten wurden die 20 Grad überschritten. Wer Süßkirschen hatte, hat diese noch schnell geerntet damit diese nicht alle aufplatzen. Aber zum Monatsende hin wurde der Juni richtig freundlich.
Richtig heiß begann der Juli. Über eine ganze Woche waren Temperaturen von über 30 Grad angesagt. Die Sauerkirschen reiften in Zeitraffer und schon konnten die ersten Himbeeren geerntet und genossen werden. Mit dieser Hitze ging es auch in die zweite Woche auch hier stellten sich Temperaturen um die 30 Grad im Schatten ein. Die Hitze ebbte nicht ab und so langsam machte sich Wasserarmut bemerkbar. Die Bodenrisse wurden immer breiter und das Gras immer brauner.
Mitte Juli war schon ein großer Teil der Getreidefelder abgeerntet. Die Ausbeute hielt sich in Grenzen, dem Korn fehlte das Wasser. Das Wasser fehlte auch den Pflanzen im Hausgarten, tägliches gießen war angesagt, wohl dem der eine gut gefüllte Regentonnen hatte. Gegen Ende Juli wurde es kurz kühler und der ersehnte Regen (leider nur ein Schauer) stellte sich ein.
Der August war ein richtiger Sommermonat, heiß, heiß und noch mal heiß. Wenn in den vorangegangenen Wochen kräftig gegossen wurde, dann konnten jetzt Brombeeren üppig geerntet werden. Die kurzen Regenperioden waren regional sehr unterschiedlich und heftig. Hier in unserer Region blieb der Regen überwiegend aus und damit die Böden immer trockener und das Wasser immer knapper. Die ersten Äpfel fielen schon Mitte August vom Baum. Die ersten Mostereien öffneten und das Fallobst konnte abgegeben werden. Der August endete wie er begonnen hatte mit viel Sonne und Temperaturen von 31 Grad oder mehr im Schatten.
Ein bisschen Regen gab es im September und das Wetter war unbeständig. Die Temperaturen waren teilweise ganz schön frisch. Die frühen Kernobstsorten konnten ab Mitte des Monats geerntet werden. Wegen des fehlenden Wassers haben die Bäume viele Früchte abgeworfen, die Früchte waren nicht sehr groß aber dafür sehr süß.
Sonne pur über viele Tage und ein farbenprächtiger Herbst waren das Markenzeichen des Oktobers. Die Nächte waren teilweise schon sehr kühl. Die Obsternte wurde eingefahren. Durch die viele Sonne hatten die Äpfel teilweise bis zu 56 Oechsle was einen guten süßen Saft für Gärmost oder Apfelsaft ergab. Aber auch dieser Monat hatte nur wenig Niederschlag zu bieten.
Der wunderschöne Herbst dauert noch bis weit in den Monat November hinein. Wenig Wind, Sonne, blauer Himmel und viel farbiges Herbstlaub konnten beim Sonntagsspaziergang genossen werden. Wärmerekorde waren an der Tagesordnung. Um Kirchentellinsfurt wurden knapp 20 Grad oft erreicht.
Es war ein trockenes Gartenjahr 2015, dass mit einem schönen warmen Spätherbst zu Ende geht. Mal sehen was das nächste Jahr bringen wird.

(Uwe Jakubik)