Das Naturjahr 2013
... ein Rückblick aus der Sicht des OGV Kirchentellinsfurt

Grau war der Winter mit vielen Wolkentagen und sehr wenig Sonne. Die Temperaturen waren mit -10°C kalt und im näheren Umkreis stellten sich auch mal -20°C ein. Der Januar war vom Dauerfrost geprägt. Auch der Februar zeigte sich mit vielen trüben Tagen und sehr winterlich. Dieser Winter war einer der trübsten seit vielen Jahren. Wer auf die ersten schönen Sonnentage im März gehofft hatte wurde enttäuscht, keine Spur von Frühlingsvorboten – der Frühling ist einfach ausgefallen.
Der März und auch der April waren kalt. Waren früher die ersten Obstblütenknospen schon in der ersten Aprilhälfte sichtbar, so hielt man 2013 vergebens danach Ausschau – die Vegetation rührte sich nicht. Erst sehr spät im April brachen die ersten Blütenknospen auf, aber es war immer noch zu kalt. Die Bienen flogen nicht und die Hummeln und Wildbienen konnten nicht alles retten. Die Obstbaumblüten litten sehr unter diesen Witterungsbedingungen. Der Mai begann hoffnungsvoll, Wärme und Sonne sorgten für einen guten Vegetationsschub, aber es handelte sich hierbei nur um ein kurzes Intermezzo. Im weiteren Verlauf war der Mai nass und kalt, was bei vielen Gartenbesitzen Stirnfalten verursachte – wann soll gesät, wann gepflanzt werden? Es war einfach zu kalt und zu nass. Es galt das Prinzip Hoffnung, der Juni wird bestimmt wärmer. Aber auch dieser Monat enttäuschte, viel Regen, der in einigen Regionen zu großen Überschwemmungen führte, waren das Kennzeichen. Auch bei uns trat der Neckar über die Ufer, die Neckarbundesstraße war gesperrt und so mancher Hochstamm stand bis zum ersten Astkranz im Wasser. Schlimmer geht's nimmer dachten viele, aber es kam noch schlimmer.
Der 28. Juli 2013 hat uns gezeigt was passiert wenn die Natur mit Wucht zuschlägt. Hagelbälle mit vier, sechs oder sogar acht Zentimeter Durchmesser zerstörten Gärten, Dächer, Felder, Autos - einfach alles. In den Gärten und auf den Feldern sah es einfach schrecklich aus, wie gehäckselt sahen die Rhabarberblätter oder der Mais aus. Die Äpfel- oder Beerenfrüchte lagen am Boden und an eine gute Ernte war nicht mehr zu denken. Der August brachte Wärme und hätte, mit den vielen Sonnentagen, zu einer guten Ernte beitragen können, aber für viele Obstwiesenbesitzer war der Most schon im Keller weil es einfach nichts mehr zum Ernten gab.
Die Folgemonate September und Oktober waren ausgeglichen, was vom Hagel verschont worden ist, konnte mit ausreichender Qualität geerntet werden.

Ich kann mich dem Kollegen Thomas Schuster vom Gartenbauzentrum Bayern nur anschließen, für die vielen Landwirte und Gärtner war das vergangene Jahr der blanke Horror. So etwas brauchen wir nicht mehr.
Wir, der Obst- und Gartenbauverein Kirchentellinsfurt, wünschen Ihnen auf diesem Weg ein besseres und erfolgreiches Gartenjahr 2014.

(Uwe Jakubik)