Orchideen

Passend zum Jahresmotto 2014 des OGV wollen wir heute die Orchideen im Allgemeinen aber auch im Garten näher betrachten.

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Die Orchideen gehören zu den einkeimblättrigen Pflanzen, der Unterklasse Liliidae und zur Ordnung der Orchidales, die nur eine einzige Familie: die Orchidaceen ausweist. Allerdings ist diese Familie mit ca. 30.000 Arten eine der größten im ganzen Pflanzenreich.

Orchideen "die Königin der Blumen" sind mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten der Erde beheimatet, bevorzugt aber in den Tropen (mit 85% aller Arten).
Botanisch zählen Orchideen zu den ausdauernden Kräutern und werden nach folgenden Lebensweisen unterschieden: auf anderen Pflanzen (epiphytisch), auf dem Boden (terrestrisch) oder auf Felsen oder Steinen (lithophytisch).

Die ältesten Überlieferungen über Orchideen stammen aus dem Kaiserreich China und beziehen sich auf die Kultur von Orchideen aus der Zeit um 500 v. Chr.
Die Bezeichnung in Europa geht auf den griechischen Philosophen Theophrastus von Lesbos um 300 v. Chr. zurück, der die unterirdischen Organe der Pflanzen, die einem Hoden (griechisch = Orchis) ähnelten, danach benannte. Carl von Linne, ein schwedischer Botaniker und Naturforscher schuf 1753 ein erstes geordnetes Pflanzenverzeichnis nach Blütenmerkmalen.
Die Namen der verschiedenen Gattungen beziehen sich auf Personen (z.B. Cattleya = William Cattleya, Orchideengärtner), auf Lebensweisen (z.B. Dendrobium = dendros (gr.) Baum und bios (gr.) leben) oder auf Blütenformen (z.B. Papilionanthe = papilio (gr.) Schmetterling und anthe (gr.) Blüte).

Durch Forschungsreisen gelangten immer mehr Orchideen nach Europa, wo sie von Botanikern untersucht und bestimmt wurden. 1732 erblühten in England die ersten tropischen Orchideen. Die schmucken Blumen mit ihren vielen Duft- und Farbkombinationen verbreiteten sich damals aber nicht nur bei Pflanzenliebhabern, sondern vor allem auch als Statussymbol beim reichen Adel. Dieses rege Interesse führte dann zum Kultivieren, zur Kreuzung der Wildarten und damit zur starken Vermehrung der Pflanzen.

Namhafte Botaniker befassten sich im 18. und 19. Jh. mit der Orchideenflora in Mitteleuropa. Sie beschrieben für unsere Klimaprovinz ca. 70 Arten wie z. B. den Frauenschuh, Vogelnestwurz, Blattlose Widerbart, verschiedene Knabenkräuter und Waldhyazinthen. In unseren Breiten wachsen ausschließlich Bodenorchideen auf Wiesen, Weiden, Heiden, Wäldern und Almen.
Zu finden sind sie auf Feuchtwiesen im Schönbuch, auf der Schwäbischen Alb, im Alpenvorland und in den Alpen.
Bei uns stehen Orchideen unter strengem Naturschutz.

Orchideen sind zumindest während eines Teils ihres Lebens auf die Ernährung durch Pilze angewiesen. Sie bilden den kleinsten und leichtesten Samen im gesamten Pflanzenreich aus.

Bedingt für den Hausgarten geeignet sind nur wenige Arten, wie z.B. Mannsknabenkraut, Fuchsknabenkraut und Mücken-Handelwurz, die im Fachhandel erhältlich sind.
Große wirtschaftliche Bedeutung erlangten die Orchideen als Zierpflanzen oder Schnittblumen. Als eine kultivierte Nutzpflanze ist die Gewürzvanille zu nennen. Einige wenige Arten dienen auch der Aromatisierung von Tee oder für Parfüm und Tabak.